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Nach dem tödlichen Brand in einer Textilfabrik in der toskanischen Stadt Prato sind Ermittlungen gegen vier Chinesen aufgenommen worden. Darunter ist die Eigentümerin der Textilfabrik, in der am Sonntag sieben chinesische Angestellte ums Leben gekommen waren.

Die drei anderen verdächtigen Personen hatten das Produktionswerk betrieben. Fahrlässige Tötung und Ausbeutung illegaler Arbeiter, sowie Missachtung der Sicherheitsvorkehrungen am Arbeitsplatz lautet der Vorwurf gegen die vier Beschuldigten.

Ermittlungen könnten auch gegen den Eigentümer einer italienischen Immobiliengesellschaft aufgenommen werden, berichteten italienische Medien am Mittwoch. Dieser hatte der chinesischen Unternehmerin das Lager vermietet, das in Brand geraten ist.

Trauertag und Fackelzug

Der Mittwoch wurde zum Trauertag in der Stadt Prato erklärt. Dienstagabend fand ein Fackelzug statt, der von der verbrannten Fabrik startete. Die Demonstranten zeigten Bilder der Opfer, die bisher zum Teil noch nicht identifiziert wurden. Bei den Toten handelt es sich um illegale chinesische Arbeitnehmer.

Die Brandursache ist weiterhin unklar. Die Flammen verursachten den Einsturz eines Teils der Fabrik. In dem Gebäudeabschnitt sei ein Schlaftrakt für die chinesischen Arbeiter mit winzigen Räumen untergebracht gewesen, berichteten örtliche Medien.

In den vergangenen 20 Jahren haben chinesische Unternehmer die Kontrolle über die Bekleidungsindustrie in Italiens Textilhochburg Prato übernommen. Örtlichen Angaben zufolge arbeiten in den Fabriken zahlreiche Chinesen ohne Aufenthaltsgenehmigung zu sehr niedrigen Löhnen.

Wegen des Konkurrenzdrucks mussten viele italienische Textilhersteller schliessen. Offiziell leben in Prato rund 17'000 Chinesen, örtlichen Quellen zufolge soll die Zahl aber eher bei 50'000 liegen.

SDA-ATS