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Ermittlungen konzentrieren sich auf mögliche Helfer Amris

Italienische Sicherheitskräfte im Mailänder Quartier Sesto San Giovanni, wo Polizeibeamte am frühen Morgen bei einer Kontrolle den mutmasslichen Berlin-Attentäter Anis Amri erschossen haben.

Keystone/EPA/DANIELE BENNATI

(sda-ats)

Nach dem Tod des mutmasslichen Berlin-Attentäters Anis Amri konzentrieren sich die Ermittlungen auf mögliche Helfer des Tunesiers. "Für uns gehen die Ermittlungen jetzt mit hoher Intensität weiter", kündigte Generalbundesanwalt Peter Frank am Freitag in Karlsruhe an.

Es sei von grosser Bedeutung, festzustellen, ob es "bei der Tatvorbereitung, bei der Tatausführung und auch bei der Flucht des Gesuchten ein Unterstützernetzwerk, ein Helfernetzwerk, ob es Mitwisser oder Gehilfen gab." Für die Bundesanwaltschaft sei auch von Interesse, "ob die Waffe, die bei Anis Amri in Mailand gefunden wurde, die Tatwaffe von Berlin ist".

Zur Frage, wie der Amri ungehindert von Berlin nach Mailand gelangen konnte, sagte er: "Das ist für uns einer der zentralen Gegenstände unserer weiteren Ermittlungen." Es müsse genau festgestellt werden, auf welchem Weg Amri dorthin gelangte.

Es müsse jetzt auch ermittelt werden, ob es dabei vielleicht auch Helfer oder Unterstützer gegeben habe und ob der Tunesier möglicherweise finanziell von aussen unterstützt worden sei. Amri reiste nach italienischen Angaben allein mit dem Zug von Frankreich nach Italien.

Der Verdacht, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) könne hinter dem Anschlag mit zwölf Toten stehen, hebe sich nicht erhärtet. Das Bekenntnis des IS zu dem Anschlag sei in allgemeiner Form gehalten und enthalte kein Täterwissen, sagte Frank.

"Höchst gefährlich"

Nach dem 24-jährigen Tunesier war seit Donnerstag mit deutschem Haftbefehl gefahndet worden. In der Nacht zum Freitag wurde er bei einer Strassenkontrolle in Mailand schliesslich von Polizisten erschossen. Er war nach italienischen Angaben alleine unterwegs, als er auf die Polizisten traf.

Auf ihn seien zwei Schüsse abgegeben worden, einer habe den Brustkorb getroffen und sei tödlich gewesen, sagte der Mailänder Polizeipräsident Antonio de Iesu am Freitag vor den Medien. Anis Amri sei "höchst gefährlich" gewesen und hätte vermutlich erneut zugeschlagen. Die beiden jungen Polizisten hätten sich vorbildlich verhalten und seien mutig gewesen. Sie hätten ihn kontrolliert, weil er ihnen auffällig vorgekommen sei.

Als gefährlich bekannt

Der Tunesier war vor dem Berliner Anschlag den deutschen Sicherheitsbehörden als islamistischer Gefährder bekannt gewesen und hatte zeitweise unter Beobachtung gestanden. Amri soll am Montagabend mit einem gestohlenen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast sein.

Seine Fingerabdrücke waren nach Angaben von Ermittlern mehrfach an dem Camion sichergestellt worden. Bei dem Anschlag wurden zwölf Menschen getötet und etwa 50 weitere Verletzt, mehrere davon schwer.

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