Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Einen Tag nach dem Familiendrama mit drei Todesopfern in Wilderswil laufen die Ermittlungen weiter. Noch ist offiziell nicht bekannt, um wen es sich bei den Todesopfern handelt. Die Untersuchungen am Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern könnten nach Angaben der Polizei einige Tage dauern.

Im 2600-Seelen-Dorf Wilderswil verdichtete sich das Gerücht, dass eine portugiesische Familie betroffen sei, die noch nicht lange im Ort lebe.

Ein Mann habe seine Ex-Frau und deren neuen Partner erschossen, sagten verschiedene Anwohner laut Medienberichten übereinstimmend. Der Mann habe wohl auch die Kinder erschiessen wollen, diese hätten sich aber im Haus in Sicherheit bringen können. Anschliessend habe sich der Mann selber gerichtet.

Psychologen und Rechtspsychiater sprechen in solchen Fällen von erweitertem Suizid. "In der Regel geht es in solchen Fällen um Männer mit sehr geringem Selbstwertgefühl, die nur zu Hause ihren Mann stehen können", sagt der Gerichtspsychiater und Chefarzt Forensik der Psychatrischen Dienste Aargau, Josef Sachs, in einem Interview der Zeitung "Blick" vom Dienstag.

Wenn diese Männer ihre Dominanz nicht mehr zu Hause ausleben könnten, werde ihnen der Teppich unter den Füssen weggezogen. Solche Täter betrachteten ihre Kinder und Ehepartner als ihr Eigentum, als einen Teil ihrer selbst. "Wenn man ihnen diesen Teil wegnimmt, ist es, als würde ihnen ein Arm weggenommen", sagte Sachs im Interview.

Die überlebenden Kinder der betroffenen Familie würden für immer gezeichnet bleiben von dem Ereignis, vermutet Kinderpsychologe Heinrich Nufer in einem Interview der Dienstagausgabe von "20Minuten". Die Geschwister seien eine Schicksalsgemeinschaft. Wichtig sei, dass sie zusammenblieben und bei jemandem unterkommen könnten, dem sie vertrauten.

Das Care Team des Kantons Bern betreut im Zusammenhang mit der Bluttat mehrere Personen.

Bestürzung in Portugal

Das Drama von Wilderswil hat weltweit für Schlagzeilen gesorgt, namentlich auch in Portugal. Grosse Tageszeitungen wie beispielsweise "Diario de Noticias" berichteten ausführlich über das Familiendrama.

In Leserkommentaren zeigten sich viele Menschen betroffen. Dass sich so etwas Schreckliches an einem so schönen und friedlichen Ort wie dem Berner Oberland ereignen könne, erschütterte viele.

Manche fürchteten auch um den Ruf der Portugiesen in der Schweiz. Portugiesische Machos wüssten nicht, wie sie mit Demütigungen umgehen müssten, vermutete ein Diario-Leser in seinem Kommentar. Ein Psychiater müsste solchen Leuten klar machen, dass Frauen kein Eigentum seien.

Das Familiendrama erschütterte aber auch die Bevölkerung in Wilderswil. Gemeindepräsidentin Marianna Lehmann sagte auf Anfrage, es gehe nun darum, den Menschen zuzuhören und, wo nötig, Trost zu spenden.

Die Bluttat ereignete sich am frühen Montagmorgen. Anwohner hörten zwischen sechs und sieben Uhr Schüsse in der Nähe des Bahnhofs Wilderswil. Die Polizei fand auf einem Vorplatz vor einem Haus drei Todesopfer. Nähere Angaben zur Tat gab es den ganzen Montag über von offizieller Seite kaum.

Am Abend dann bestätigte die Polizei, dass es sich bei der Bluttat um ein Beziehungsdelikt handelte. Der mutmassliche Täter befinde sich unter den Todesopfern. Ob es im Verlauf des Dienstags weitere Informationen von offizieller Seite gibt, ist noch offen, wie eine Sprecherin der Berner Kantonspolizei am Morgen auf Anfrage sagte.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.










SDA-ATS