Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Trotz rekordhoher Bargeldbestände und tiefer Kreditzinsen halten sich Schweizer Unternehmen bei Fusionen und Übernahmen zurück. Im ersten Quartal 2013 zählte die Beratungsgesellschaft Ernst & Young 132 Transaktionen. Das sind 20 Prozent weniger als im Schlussquartal 2012.

Das Transaktionsvolumen der öffentlich bezifferten Deals hat sich auf 4,7 Mrd. Fr. mehr als halbiert. Vor allem grosse Transaktionen blieben rar, wie Ernst & Young am Dienstag mitteilte.

Es sei damit das schlechteste Quartal seit dem Jahr 2004 gewesen, sagte Beat Dolder, Leiter M&A (Fusionen und Übernahmen) von Ernst & Young, an einer Medienkonferenz in Zürich.

Die grösste Übernahme wurde von Swatch getätigt: Der Uhrenhersteller erwarb für rund 1 Mrd. Dollar den amerikanischen Uhren- und Schmuckkonzern Harry Winston.

Im Herbst sei die Stimmung bei den Unternehmen von der zweiten Griechenland-Krise und dem Ringen um die Staatsverschuldung in den USA (Fiskalklippe) gedrückt geworden, sagte Dolder.

Paradoxe Einschätzung

Inzwischen hat die Zuversicht laut einer Umfrage bei 1600 Führungskräften in 50 Ländern zugenommen. Der Anteil der Manager, die ein Wachstum der Weltwirtschaft erwarten, stieg von 22 auf 51 Prozent. Auch die Verfügbarkeit von Krediten wird deutlich besser eingestuft.

Die Bargeldbestände sind so hoch wie nie. Allerdings wollen die Unternehmen vornehmlich aus eigener Kraft wachsen oder Schulden abbauen, als Übernahmen tätigen.

72 Prozent der Befragten erwarten zwar, dass in den nächsten 12 Monaten die Zahl der Übernahmen und Fusionen zunimmt. Allerdings sagen nur 29 Prozent, dass sie selber akquirieren wollen. Dolder sprach von einer paradoxen Situation. Ausgeprägt ist diese bei den Banken, die mit einer Regulierungswelle und höheren Kapitalanforderungen konfrontiert sind.

Genauere Prüfung

Bremsend wirken generell die hohen Unternehmensbewertungen an den Börsen. Im Trend ist zudem die Rückbesinnung aufs Kerngeschäft, etwa bei den Industrieunternehmen OC Oerlikon oder AFG Arbonia Forster, die hastig expandiert hatten.

Viele Unternehmen sind angesichts wenig erfolgreicher Übernahmen vorsichtiger geworden. Die Interessenten wollten sicherer sein und prüften ein Übernahmeobjekt länger als früher, sagte Dolder. So hat sich die Dauer für eine Transaktion im Schnitt von sechs bis neun auf neun bis zwölf Monate verlängert.

Kleinere Transaktionen würden oft bevorzugt. Mögliche Treiber seien eine Expansion in Asien und Amerika oder Übernahmen Schweizer Firmen durch Käufer aus China und Indien. Diese seien vor allem an Technologie und Markennamen interessiert, sagte Ernst & Young-Partner Louis Siegrist. Insgesamt sei dieser Trend aber nicht sehr bedeutend.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

SDA-ATS