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Im Prozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann hat erstmals eine ehemalige Geliebte öffentlich vor Gericht ausgesagt. Die 34-jährige Frau verteidigte am Dienstag ihre Entscheidung, der Zeitschrift "Bunte" ein Interview gegeben zu haben.

Die Ex-Geliebte hatte bis zur Verhaftung Kachelmanns am 20. März 2010 geglaubt, dessen einzige Partnerin zu sein. Sie hatte mehrmals Ferien mit Kachelmann gemacht und hatte sowohl mit seinen beiden in Kanada lebenden Kindern als auch zu seiner Mutter Kontakt.

Sie habe das Interview unter anderem gegeben, um die gescheiterte Beziehung zu verarbeiten, sagte die Frau vor dem Landgericht Mannheim. Für das Interview und Fotos hatte sie von der Zeitschrift 50'000 Euro bekommen.

Vor der Vernehmung hatte das Gericht die bezahlten Medienauftritte von Zeuginnen kritisiert. Dies sei "dem Respekt vor dem Gerichtsverfahren nicht angemessen", sagte Richter Joachim Bock. Das Gericht hatte von der Zeugin verlangt, ihre Honorarvereinbarung mit der "Bunten" offenzulegen.

Das Geld habe sie zu einem kleinen Teil gespendet. Ausserdem sei sie einkaufen gegangen und in die Ferien gefahren, sagte die Frau. "45'000 sind noch da." Das Interview war noch vor Beginn des Prozesses veröffentlicht worden. Auch zwei andere Zeuginnen hatten sich nachweislich gegen Geld in den Medien geäussert.

Keine Klarheit gab es am Dienstag zu Medienberichten über Kachelmanns angeblicher Heirat. Verteidiger Johann Schwenn sagte nichts dazu. Kachelmann selbst hatte die Frage des Vorsitzenden nach dem Ring, den er seit einiger Zeit trägt, nicht beantwortet. Dazu ist er laut Staatsanwaltschaft auch nicht verpflichtet.

Jörg Kachelmann steht wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung seit Anfang September 2010 in Mannheim vor Gericht. Seine 38 Jahre alte Ex-Geliebte aus Schwetzingen (Baden-Württemberg) hatte ihn angezeigt. Kachelmann bestreitet die Vorwürfe.

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SDA-ATS