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Nach 40 Jahren relativer Ruhe droht auf den Golanhöhen eine Eskalation. Israel flog als Vergeltung Luftangriffe auf syrische Armeestellungen und sandte damit eine starke Drohung an die Regierung in Damaskus. Beim Angriff soll ein syrischer Soldat getötet worden sein.

Auslöser der Eskalation war eine im Norden der Golanhöhen an der Waffenstillstandslinie versteckte Bombe. Sie wurde am Dienstagnachmittag in dem Moment ferngezündet, als patrouillierende israelische Soldaten ihren Militärjeep verliessen. Vier wurden verletzt, davon einer lebensgefährlich.

Innerhalb von zwei Wochen war der Sprengstoffanschlag am Dienstag der dritte Angriff auf israelische Soldaten im Norden des Golan. Bei den beiden vorherigen Zwischenfällen am 5. und am 14. März waren jeweils Hisbollah-Kämpfer als Täter beschuldigt worden. Ob die radikale libanesische Miliz auch in die Explosion vom Dienstag verwickelt war, blieb unklar.

Als Reaktion auf den Anschlag flog Israels Luftwaffe Angriffe auf syrische Ziele. Die Luftangriffe hätten mehreren syrischen Armeepositionen gegolten, die den Sprengstoffanschlag am Dienstag ermöglicht und unterstützt hätten, erklärte ein israelischer Militärsprecher.

Unter den Angriffszielen seien ein Ausbildungslager der syrischen Armee, Kommandogebäude und Artilleriestellungen gewesen. Am Vortag hatte bereits israelische Artillerie Stellungen des syrischen Militärs beschossen.

Israel droht mit weiteren Angriffen

Das Armeekommando in Damaskus bestätigte die Bombardements nahe der Stadt Kuneitra, bei denen diesen Angaben zufolge "ein Soldat gefallen und sieben weiter verletzt wurden". Das syrische Armeekommando warnte, dass die Luftangriffe die Stabilität der Region gefährden könnten.

Nach der härtesten Konfrontation auf dem Golan seit Israel 1974 mit Syrien ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen hatte, drohte der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon: Wenn Syriens Führung unter Staatschef Baschar al-Assad "weiterhin mit terroristischen Elementen, die Israel schaden wollen, zusammenarbeitet, werden wir dafür sorgen, dass sie einen hohen Preis dafür bezahlen muss".

Auch Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu drohte am Mittwoch bei einer Kabinettssitzung: "Unsere Politik ist sehr deutlich: Wir greifen die an, die uns angreifen. Wir unterbinden, soweit eben möglich, auch den Waffentransport an unsere Feinde, ob zur See, in der Luft oder auf dem Boden."

In Syrien seien in der Nacht "Elemente angegriffen worden, die Attacken auf unsere Soldaten nicht nur erleichtert, sondern dabei kooperiert haben", sagte Netanjahu.

Von Israel annektiert

Etwa 5000 Kämpfer der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah, die als Erzfeind Israels gilt, kämpfen im syrischen Bürgerkrieg an der Seite von Assads Truppen.

Israel hatte die syrischen Golanhöhen 1967 erobert und später annektiert, was international nicht anerkannt ist. Syrien fordert das Gebiet zurück. Seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien vor drei Jahren ist die Lage auf den Golanhöhen gespannt, wobei es bis Anfang März meist bei begrenzten Vorfällen und Sachschäden blieb.

SDA-ATS