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EU schafft neues Label für Kulturstätten - Schweiz bleibt draussen

Die EU-Kulturminister haben sich am Donnerstag auf ein neues Label geeinigt. Damit werden künftig Kulturstätten von besonderer Bedeutung für Europa und die Staatengemeinschaft ausgezeichnet. Die Schweiz bleibt von dem Projekt ausgeschlossen.

Das war bisher anders: Drei Schweizer Stätten verfügen über das Siegel "Europäisches Kulturerbe", das als zwischenstaatliche Initiative 2006 ins Leben gerufen worden war. Sie werden das Label voraussichtlich behalten. Im Moment tragen insgesamt 68 Stätten in 18 EU-Ländern und der Schweiz das Label.

Die bisherigen Stätten zeichnen sich als "Denkmal für die Geschichte und Kultur Europas" aus. Die Bestimmung der Objekte erfolgte durch die Länder selbst.

Die Genfer Kathedrale St-Pierre wurde auf Grund ihrer Bedeutung im Zusammenhang mit dem Reformator Jean Calvin ausgezeichnet. Das alte Gotthard-Hospiz ist seit Jahrhunderten Sinnbild für die Verbindung der Kulturen Nord- und Südeuropas. Das Schloss La Sarraz in der Waadt war 1928 bis 1959 Schauplatz der richtungsweisenden internationalen Kongresse für moderne Architektur.

Europäische "Aussagekraft"

Das neue EU-Label soll nun an Stätte gehen, die in der Geschichte und beim Aufbau der Europäischen Union eine wesentliche Rolle gespielt haben. Im Unterschied zum UNESCO-Welterbe will die EU-Kommission nicht die Ästhetik oder den Erhalt der Stätten, sondern "ihre europäische Aussagekraft und ihre Symbolwirkung für Europa" in den Mittelpunkt stellen.

Als reine EU-Initiative gewinne das Label "grössere Glaubwürdigkeit, Sichtbarkeit und Prestige", erklärte die zuständige EU-Kultur- und Bildungskommissarin Androulla Vassiliou. Sie erhofft sich davon auch ein grösseres Interesse der Jugendlichen an der gemeinsamen Geschichte Europas.

Die Schweiz hatte bisher damit argumentiert, dass der europäische Kulturraum grösser ist, als die EU. Zudem legte sie Wert darauf, dass die drei Schweizer Stätten ihr bisheriges Label behalten können. Das scheint der Fall zu sein.

Es würden keine EU-Beamten in die Schweiz geschickt, um die Tafeln abzuschrauben, hiess es am Donnerstag in Kommissionskreisen in Brüssel. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Auszeichnung später auf Drittstaaten ausgeweitet werden könnte. Allerdings nur jene, die sich am EU-Programm "Kultur" beteiligen. Daran nimmt die Schweiz nicht teil.

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