Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

London - Zwei Tage vor seinem Gerichtsprozess in Zürich ist der ehemalige Julius-Bär-Banker Rudolf Elmer in London vor die Weltpresse getreten. Er übergab zwei CDs mit Daten von mutmasslichen Steuerbetrügern an Wikileaks-Gründer Julian Assange.
Darin soll es um reiche Prominente, Wirtschaftsführer und Abgeordnete aus den USA, Grossbritannien und Asien gehen, die Konten in Offshore-Finanzzentren genutzt haben sollen, um Steuern zu hinterziehen. Namen nannte Elmer allerdings nicht.
Die Daten sollen von drei Finanzinstitutionen stammen, unter anderem von Julius Bär, bei der Elmer bis 2002 arbeitete. Die Bär-Aktie reagierte am Montag mit einem Kursverlust von 3,4 Prozent.
Vorerst keine PublikationDie neuen Dokumente sollen nicht unmittelbar publiziert werden. Sie würden zunächst durch WikiLeaks, verschiedene Medien sowie andere Partner geprüft, nicht zuletzt zum Schutz der Quellen. "Wir werden diese Informationen so behandeln, wie wir alle anderen Informationen auch behandeln, die wir bekommen", sagte Assange.
Da Wikileaks derzeit die Veröffentlichung von etwa 250'000 Depeschen des US-Aussenministeriums vorbereite, könne es aber mehrere Wochen dauern, bis die Bankdaten an die Reihe kämen. Es werde aber eine vollständige Offenlegung geben.
Elmer erklärte, er wolle das System der Offshore-Banken aufdecken. Bis zu seiner Entlassung war er als leitender Geschäftsführer für Julius Bär auf den Cayman Islands tätig. "Ich will, dass die Gesellschaft weiss, wie das System funktioniert", sagte der Ex-Banker. "Es schädigt die Gemeinschaft."
Assange lobte Elmer für seinen Einsatz und bezeichnete ihn als vertrauenswürdig. Wikileaks habe die Verpflichtung, ihn in dieser Angelegenheit zu unterstützen, sagte Assange, dessen Teilnahme an der Veranstaltung in London unsicher war. Gegen den WikiLeaks-Erfinder liegt ein Auslieferungsgesuch Schwedens wegen angeblicher sexueller Nötigung vor.
Am Mittwoch in Zürich vor GerichtElmer steht gar unmittelbar vor einem Prozess, nachdem er bereits 30 Tage lang in Haft war: Am Mittwoch muss er sich vor dem Bezirksgericht in Zürich wegen des Vorwurfs der Verletzung des Bankgeheimnisses und der Nötigung verantworten.
Die Staatsanwaltschaft Zürich wirft ihm vor, er habe seinen Arbeitgeber erpressen wollen.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

SDA-ATS