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Die EZB startet ihr Wertpapier-Ankaufprogramm zur Bekämpfung der Kreditklemme in der Eurozone Mitte des Monats. Das kündigte EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag nach der auswärtigen Zinssitzung in Neapel an.

Das Programm solle mindestens zwei Jahre laufen. Die EZB will bis zu eine Billion Euro in die Hand nehmen. Die Ankäufe würden zusammen mit anderen, bereits beschlossenen Geldspritzen für Banken einen deutlichen Einfluss auf die Bilanz der Europäischen Zentralbank (EZB) haben, sagte er.

Die EZB will Kreditverbriefungen - sogenannte ABS - und Pfandbriefe kaufen. Mit ABS-Papieren können Banken Kredit-Risiken bündeln, aus der Bilanz auslagern und am Markt damit handeln. Idealerweise haben sie dann mehr Mittel frei, um neue Darlehen zu vergeben.

Vor der EZB-Ratssitzung waren Presseberichte aufgetaucht, wonach Draghi auch den Kauf von Ramschpapieren aus Griechenland und Zypern ermöglichen wolle. Insbesondere in Deutschland hatten Kritiker gewarnt, er mache die EZB damit zu einer Art "Bad Bank".

Draghi bestätigte nun, auch Wertpapiere aus Ländern mit einem Rating unterhalb von "BBB-" - also mit Ramsch-Status - aufkaufen zu wollen. Die EZB wolle sich dabei auf Papiere konzentrieren, die "einfach und transparent" seien.

Zweifel am Nutzen

Die milliardenschweren Geldspritzen der EZB zum Ankurbeln der Kreditvergabe drohen nach Ansicht von UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber ins Leere zu laufen. Schuld daran seien die niedrigen Zinsen, die das Kreditgeschäft für die Institute unattraktiv machten, sagte der ehemalige Chef der deutschen Bundesbank am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Wien.

"Wir sind nach mehreren Jahren Niedrigzinsphase nicht in einem Umfeld, wo eine hohe Dynamik der Kreditvergabe wahrscheinlich ist", sagte er. Daher würden die günstigen Kredite der EZB "nur bedingt funktionieren".

Kritisch äusserte sich Weber auch zur Absicht der EZB, Banken in grossem Stil Pfandbriefe und Kreditverbriefungen abzukaufen. Er halte es für problematisch, sollten Verbriefungen, die am Markt schwer zu platzieren sind, beim Steuerzahler oder bei Notenbanken landen, sagte er.

Kritik an Sparpolitik

Anlässlich der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in Neapel demonstrierten am Donnerstag tausende Menschen in der italienischen Grossstadt gegen die Sparpolitik in der Europäischen Union.

Schätzungen zufolge gingen rund 4000 Demonstranten auf die Strasse und hielten Banner in die Höhe, auf denen "Elend, Armut und Arbeitslosigkeit" in der Eurozone angeprangert wurden. Auf anderen Plakaten wurde die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen der von ihr verlangten Haushaltsdisziplin aufgefordert "abzuhauen".

Die Proteste verliefen zunächst friedlich. Später wurden Wasserwerfer gegen Protestierende eingesetzt und es kam zu Festnahmen. Rund 2000 Polizisten und Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Polizeihelikopter überflogen das Capodimonte-Museum, in dem der Gouverneursrat der EZB auf seiner turnusmässigen Sitzung tagte und über den Leitzins beriet.

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SDA-ATS