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Fachleute ziehen düsteres Fazit zum Tropenwaldschutz

Trotz internationaler Bemühungen werden nur knapp 10 Prozent der weltweit bewirtschafteten Tropenwaldfläche nachhaltig genutzt und effektiv geschützt. Zu diesem düsteren Fazit kommt der weltweit erste Bericht über die Waldbewirtschaftung der 33 wichtigsten Tropenwaldländer.

Der Bericht der Internationalen Tropenwaldorganisation (ITTO) wurde mit Unterstützung des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) erstellt und am Dienstag auf dem Gurten bei Bern den Medien vorgestellt. Er wurde anlässlich des 25-jährigen Bestehens der ITTO sowie zum Internationalen Jahr des Waldes verfasst.

Die Schlussfolgerung der Fachleute: Das globale Engagement im Tropenwald muss gesteigert werden. Denn trotz Fortschritten falle der Grossteil der tropischen Regenwälder dem Landhunger und der unsachmässigen Holzwirtschaft zum Opfer und bleibe weiter stark gefährdet, heisst es im Bericht.

Trotz des düsteren Fazits präsentiert der Bericht auch Fortschritte. So sei zum Beispiel die Sicherung von Nationalparks und Schutzwäldern verbessert worden. Auch gebe es mehr Transparenz in der Vergabe von Holzkonzessionen, halten die Experten fest.

NGO bemängeln den Bericht

Der Bruno Manser Fonds und die Gesellschaft für bedrohte Völker kritisieren, dass der Fokus des Berichts vor allem auf Labels und Zertifizierungen gerichtet werde. Die Hauptursachen der Tropenwaldzerstörung - nämlich Korruption, illegale Abholzung und die in vielen Ländern ungelöste Frage der indigenen Landrechte - würden ausgeblendet.

Nicht zufrieden ist auch Greenpeace. Die ITTO habe es in den 25 Jahren ihres Bestehens nicht mal ansatzweise geschafft, zur Verlangsamung der Tropenwaldzerstörung beizutragen. Die ITTO könne die Tatsache nicht verdecken, dass die Zerstörung vor allem durch die Nachfrage nach Produkten wie Palmöl, Soja, Rindfleisch und Papier verursacht werde.

Kahlschläge und Rodungen brächten alle zwei Sekunden ein Urwaldgebiet so gross wie ein Fussballfeld für immer zum Verschwinden. Die weltweite Urwaldfläche sei bereits auf ein Fünftel ihrer einstigen Ausdehnung geschrumpft, heisst es auf der Greenpeace-Homepage.

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