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Im Skandal um verseuchte Molke-Proteine aus Neuseeland sind fast alle möglicherweise kontaminierten Getränke und Nahrungsmittel sichergestellt worden.

Das teilte der weltgrösste Milchproduktexporteur Fonterra am Dienstag mit. Das Unternehmen geriet wegen seiner Informationspolitik weiter unter Druck. Es wollte sich nicht dazu äussern, warum es die Behörden erst mit vier Monaten Verspätung über eine mögliche Verseuchung informiert hat.

Es gab schon im März Hinweise auf Bakterien in einem Proteinkonzentrat, die die lebensgefährliche Lebensmittelvergiftung Botulismus auslösen können. Das Konzentrat wurde auch in Babymilch verwendet.

"Keiner glaubte zu dem Zeitpunkt, dass das zu Konsumentenbedenken führen könnte", sagte der Chef der Fonterra-Abteilung für Milchprodukte, Gary Romano, vor den Medien.

"Seit 1950 hat es nur vielleicht zehn Fälle (von Botulismus-Bakterien in Milchprodukten) gegeben. Das ist ein Grund, warum wir über das Ergebnis der Tests so erstaunt waren." Fonterra betont, dass nach allen Erkenntnissen niemand erkrankt sei.

Furcht um Ruf Neuseelands

In mehreren Fonterra-Werken helfen Beamte jetzt bei der Aufklärung des Falls, wie Premierminister John Key im Parlament sagte. "Fonterra muss eine Reihe Fragen beantworten." Politiker fürchten um Neuseelands Ruf als Nahrungsmittellieferant.

Der Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Stephen Joyce, sagte am Dienstag, er habe mehrere Mitarbeiter an Standorte des Unternehmens in Neuseeland und in Australien entsandt, die sicherstellen sollen, dass "exakte" Informationen fliessen.

Das Ministerium für die Rohstoffindustrie startete eine Informationskampagne, um Eltern, Spitäler und Kindertagesstätten zu warnen. Wer das betroffene Nutricia-Milchpulver im Regal habe, solle es vernichten oder zum Laden zurückbringen.

Vor allem Milchpulver betroffen

Der zum französischen Lebensmittelkonzern Danone gehörende Babynahrungshersteller Nutricia rief in Neuseeland ein zweites Babymilchpulver zurück.

Fonterra hatte am Wochenende mitgeteilt, 38 Tonnen des im Mai 2012 hergestellten Proteinkonzentrats seien durch eine schmutzige Leitung verseucht worden. Die mögliche Verunreinigung betrifft vor allem Milchpulver für Säuglinge, das China zu 90 Prozent aus Neuseeland importiert. Sogar die Landeswährung geriet wegen des Skandals unter Druck.

Das Konzentrat wurde von acht Firmen in sieben Ländern in 900 Tonnen Nahrungsmitteln verwendet. Keiner dieser Fonterra-Kunden ist in Europa. In China und Vietnam wurden Produkte, die das Molke-Protein enthalten könnten, vom Markt genommen.

Fonterra droht Strafe

Weitere Tests bestätigten die Ergebnisse von März am vergangenen Mittwoch. Das Unternehmen informierte die Behörden darüber am Freitagnachmittag, die Öffentlichkeit am Samstag und die Börse am Montag. Die Börsenaufsicht kündigte nach Medienberichten eine Untersuchung an. Der Firma drohe eine Strafe von einer Million neuseeländischen Dollar (740'000 Franken).

Laut Fonterra-Chef Theo Spierings steht der Firma kein Einfuhrverbot für Produkte in China ins Haus. Allerdings gebe es Beschränkungen bei Molke-Protein-Konzentraten.

Die Milchindustrie stellt ein Viertel der Ausfuhrerlöse Neuseelands. Insgesamt entfallen 60 Prozent der Exporte auf Land- und Forstwirtschaft sowie auf Tier- und Fischzucht. Fast ein Fünftel der Wirtschaftsleistung des östlichen Nachbarn Australiens entfällt auf diesen Sektor - einer der höchsten Raten unter allen Industriestaaten.

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SDA-ATS