Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Rund 480'000 Personen lassen sich in der Schweiz jedes Jahr psychiatrisch behandeln. Frauen gehen laut einer neuen Studie anderthalb Mal so oft zum Psychiater wie Männer, während bei den Patienten in psychiatrischen Kliniken der Geschlechterunterschied geringer ist.

Die Studie des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) zeigt erstmals auf, wie viele Menschen mit psychischen Problemen fachärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Die meisten Patientinnen und Patienten, fast 300'000, werden demnach ambulant von Psychiatern betreut, knapp 60'000 in Kliniken. Geschätzte 120'000 Fälle werden in ambulanten Institutionen wie Tageskliniken behandelt.

Gesamthaft kommt Obsan auf knapp 480'000 Personen bzw. Fälle in den drei Versorgungsbereichen, was etwa 7 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren entsprechen würde. Hausärzte und frei praktizierende Psychologen wurden in der Erhebung mit Referenzjahr 2009 nicht mitgezählt, so dass die Gesamtzahl der Patienten im psychiatrischen Bereich sogar noch höher liegen dürfte.

In allen drei Sektoren sind Frauen gemäss Obsan häufiger vertreten als Männer. Ihr Anteil ist jedoch in den Praxen mit 61 Prozent deutlich am höchsten. In den Kliniken entfallen 53 Prozent der Behandlungen auf Patientinnen, in ambulanten Institutionen 57 Prozent.

Depressionen und Manien an der Spitze

Was die behandelten Krankheiten betrifft, so unterscheidet die Studie drei grössere Diagnosegruppen. 29 Prozent aller Fälle betreffen affektive Störungen wie Depressionen oder Manien, 27 Prozent so genannte neurotische Belastungs- und somatoforme Störungen, worunter Ängste, Zwangsstörungen oder unklare körperliche Beschwerden fallen. Persönlichkeitsstörungen machen 16 Prozent aus.

Affektive Störungen sind im ambulanten wie im stationären Sektor die häufigsten Beschwerden. Darüber hinaus gibt es zum Teil beträchtliche Unterschiede bei den Diagnosen. So spielen Suchterkrankungen in Kliniken als zweithäufigste Gruppe eine wesentlich wichtigere Rolle als in den anderen Bereichen, während Praxen einen grossen Anteil von Persönlichkeitsstörungen aufweisen.

Grosse kantonale Unterschiede

Deutliche Differenzen offenbart die Obsan-Studie auch zwischen den Kantonen. Gemessen an der Anzahl Fälle pro Einwohner, werden die Kliniken in Basel-Stadt, Thurgau und Zug am stärksten in Anspruch genommen, in der Zentralschweiz am wenigsten. Bei den Praxen liegt ebenfalls Basel-Stadt an der Spitze, bei den ambulanten Institutionen Neuenburg und die Waadt.

Die Abweichungen lassen sich laut Obsan zum Grossteil mit dem unterschiedlichen Versorgungsangebot erklären, ferner durch soziale Indikatoren wie Arbeitslosigkeit, Ausländeranteil und Urbanitätsgrad. Die Alters- und Geschlechterzusammensetzung der Bevölkerung spielten hingegen kaum eine Rolle

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

SDA-ATS