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Felsbrocken auf Strassen und Bahngleisen im Tessin

Dieser Inhalt wurde am 10. Mai 2010 - 12:04 publiziert
(Keystone-SDA)

Lugano - Auf der Alpensüdseite sind wegen Erdrutschen und Steinschlaggefahr mehrere Strassen gesperrt. Die Bahnlinie Domodossola-Locarno bleibt wegen eines Erdrutsches voraussichtlich bis am kommenden Donnerstag unterbrochen, wie die SBB mitteilte.
Wegen Steinschlaggefahr ist auch die Strasse gesperrt, die von Lanzo d'Intelvi (I) nach Arogno oberhalb des Luganersees führt. Viele italienische Pendler müssen deshalb einen weiten Umweg in Kauf nehmen, um ins Tessin zu gelangen.
In Preonzo bei Bellinzona wiederum wurde am Sonntag wegen eines drohenden Felssturzes die Industriezone erneut evakuiert. Auch die Kantonsstrasse wurde gesperrt.
Dies erfolgte, nachdem rund 30'000 Kubikmeter Geröll talwärts gerutscht waren. Das Material stürzte jedoch nicht bis in den Talboden hinunter, sondern blieb unterwegs liegen.
Die Behörden schliessen aber nicht aus, dass sich in den kommenden Tagen noch mehr Gestein lösen wird. Im schlimmsten Fall würden rund 700'000 Kubikmeter Fels ins Tal donnern.
Vorsichtshalber wurde deshalb die Industriezone wie schon vergangene Woche geräumt. Betroffen sind sieben Betriebe. Der Dorfkern von Preonzo und die Autobahn A2 liegen ausserhalb des Gefahrenbereiches.
Den Firmen ist klar, dass sie in der Industriezone von Preonzo keine Zukunft haben. Seit diesem Frühjahr ist eine Arbeitsgruppe damit beschäftigt, eine Räumung der Gegend in die Wege zu leiten.
Bis im Juni soll der Tessiner Kantonsregierung ein entsprechender Plan unterbreitet werden. Die Industriebetriebe sollen an sicherere Standorte verlegt werden.
Die instabile Zone oberhalb von Preonzo wird seit Beginn der 1990er Jahre mit Sensoren überwacht. Nach Regenfällen kam es jeweils zu grösseren Bewegungen. Die Wetterprognosen kündigen im Tessin für Dienstag und Mittwoch weitere Niederschläge an.

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