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Eine grosse Mehrheit der Finanzchefs der Schweizer Konzerne sorgt sich um die Folgen der Masseneinwanderungsinitiative. Befürchtet werden negative Konsequenzen für den Unternehmensstandort Schweiz und etwas weniger auch für das eigene Geschäft.

Von den 111 vom Beratungsunternehmen Deloitte befragten Finanzchefs gaben 88 Prozent an, sie rechneten mit negativen Konsequenzen für die Schweiz. Nur 6 Prozent gehen von positiven Folgen aus.

69 Prozent sehen auch negative Konsequenzen auf ihr eigenes Unternehmen zukommen. 29 Prozent erwarten laut der in den Wochen nach der Abstimmung durchgeführten Umfrage keinen Einfluss auf das eigene Geschäft, wie Deloitte am Donnerstag mitteilte.

Sorgen um Personalsuche und Marktzugang

Sorgen bereiten vor allem mögliche Schwierigkeiten bei der Personalsuche und ein schlechterer Marktzugang in die EU-Länder, wie Deloitte-Chefökonom Michael Grampp auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda erläuterte.

So könnten nach einer Kontingentierung der Einwanderung nicht mehr genug Mitarbeitende für offene Stellen gefunden werden. Diese Befürchtung gelte nicht nur für Fachkräfte, sondern für alle Personalbereiche, sagte Grampp. Je nach Branche könnten die bereits bestehenden Engpässe noch grösser werden.

Das schlimmste Szenario wäre für die Befragten eine Kündigung der Bilateralen Verträge mit der EU. Besonders exportorientierte Firmen fürchten sich vor einer solchen Eskalation.

Keine Panik

Obwohl die Einschätzungen mehrheitlich negativ sind, herrsche aber keine Panik, sagte Grampp. Von den 111 erfassten Unternehmen habe nur 1 angegeben, sich eine Standortverlagerung zu überlegen.

"Die CFOs stecken den Kopf nicht in den Sand, sondern bereiten sich vor", resümierte Grampp. So planen 21 Prozent eine verstärkte Rekrutierung von ausländischen Fachkräften vor dem möglichen Ende der Personenfreizügigkeit. Es könnte also zu einem Schlussspurt kommen.

35 Prozent bereiten sich auf die Einführung eines Kontingentsystems vor. Dazu zählen Anpassungen der administrativen Prozesse. Einige können auf Erfahrungen aus der Vergangenheit mit Kontingentssystemen zurückgreifen. Investitionen in der Schweiz werden laut der Umfrage von 17 Prozent hinausgeschoben.

Grampp räumte ein, dass ausländische Finanzchefs von Schweizer Unternehmen die Lage tendenziell eher negativer einschätzten als ihre heimischen Kollegen. Schliesslich informierten sich ausländische CFOs auch stark über ausländische Medien, die eher ein negatives Bild zeichneten.

Der Deloitte-Chefökonom zeigte sich aber überzeugt, dass für die Umsetzung der Initiative eine Lösung gefunden werde, mit der alle involvierten Parteien leben können und die auch den Volkswillen achte. Und nach den EU-Wahlen im Mai dürfte sich der Umgang wohl entspannen.

SDA-ATS