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Die Finanzmarktaufsicht Finma hat im Zusammenhang mit dem Korruptionsfall um den malaysischen Staatsfonds 1MDB schwere Verstösse der Rothschild Bank gegen die Geldwäschereivorschriften festgestellt. Im Zentrum des Skandals steht der frühere malayische Premier Najib Razak. (Archiv)

KEYSTONE/EPA/AHMAD YUSNI

(sda-ats)

Die Finanzmarktaufsicht Finma hat das letzte Verfahren im Zusammenhang mit dem malaysischen Staatsfonds 1MDB abgeschlossen. Dabei ging es um das Verfahren gegen die Rothschild Bank AG und ihre Töchter.

Diese haben laut den Bankenaufsehern schwer gegen die Geldwäschereivorschriften verstossen. Sie hätten die entsprechenden Sorgfalts-, Melde- und Dokumentationspflichten verletzt, teilte die Finma am Freitag mit.

Die Behörde werde die von den Instituten bereits ergriffenen Verbesserungsmassnahmen nun prüfen lassen. Dafür setzt sie einen Prüfbeauftragten ein.

Abgeschlossen hatte die Regulierungsbehörde das Verfahren im Juli. Dabei stellte sie fest, dass die Rothschild Bank und eine im Trustgeschäft tätige Tochter bei einer bedeutenden Geschäftsbeziehung die Herkunft der Vermögenswerte mangelhaft abklärten.

Keine Busse

Von Sanktionen durch die Finma war in der Mitteilung keine Rede, die Bank selbst erklärte aber auf Anfrage von AWP, dass ihr keine Busse auferlegt worden sei. Weiter teilte die Rothschild Bank mit, man habe den Entscheid der Finma zur Kenntnis genommen und die aufgetretenen Vorkommnisse bedauere.

"Unsere Geschäftstätigkeiten sind streng reguliert und wir verfügen über strikte interne Regeln und Kontrollen, um kriminelle Aktivitäten wie Geldwäscherei zu bekämpfen", so das Statement der Rothschild Bank AG.

Diese Massnahmen würden ausserdem ständig überprüft und wo nötig angepasst. Man habe ferner die internen Systeme und Prozesse mehrfach angepasst und unternehme weiterhin alles, um die zunehmend ausgeklügelte Finanzkriminalität zu bekämpfen, so das Institut, das Teil der an der Pariser Börse gelisteten Rothschild & Co. ist.

Insgesamt sieben Verfahren

Das Verfahren gegen die Rothschild Bank AG war das letzte Enforcementverfahren in der Schweiz gegen Institute im Kontext von 1MDB. Insgesamt hat die Finma im Zusammenhang mit den Korruptionsfall um den malaysischen Staatsfonds 1MDB sieben Verfahren geführt.

Dabei wurde die Privatbank Coutts mit 6,5 Millionen Franken sanktioniert, die Auflösung der Tessiner Privatbank BSI nach der Übernahme durch EFG International verfügt und bei der Falcon Bank neben einer Geldsanktion die Geschäftstätigkeit stark eingeschränkt. Das Verfahren gegen die UBS stellten die Aufseher mit einer Rüge ein. Ebenfalls gerügt wurde ausserdem die Credit Suisse.

In der Folge des Skandals hatte Finma-Direktor Mark Branson bereits vor einem Jahr erklärt, dass seine Behörde Verfehlungen wie Insiderhandel, Marktmanipulation oder Geldwäscherei mit neuen gesetzlichen Mitteln und Big Data noch besser bekämpfen möchte. Teil der Massnahmen ist beispielsweise die Einführung neuer Meldepflichten, damit die Finma eine Meldung des wirtschaftlich Berechtigten hinter jeder Transaktion erhält.

Geldwäsche über Briefkastenfirmen

Aufgelegt worden war der Staatsfonds 1MDB ursprünglich zur Stärkung der langfristigen wirtschaftlichen Entwicklung des asiatischen Landes. Treibende Kraft war der inzwischen abgewählte malaysische Ministerpräsident Najib Razak.

Nicht nur in der Schweiz, auch in anderen Ländern beschäftigte die Affäre die Behörden. So eröffnete das US-Justizministerium ein Verfahren. Dabei wurde die Vermutung geäussert, dass Angestellte des Fonds mehr als 4,5 Milliarden US-Dollar von 1MDB abgezweigt hatten. Das Geld soll schliesslich über ein Netz von Briefkastenfirmen und Bankkonten gewaschen worden sein.

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