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Paukenschlag in Finnland: Die euroskeptischen Rechtspopulisten der Partei Wahre Finnen haben ihren Stimmenanteil bei den Wahlen am Sonntag mehr als vervierfacht. Ihr Erfolg verzögert möglicherweise das Aufspannen des Euro-Rettungsschirms für Portugal.

Die Wahren Finnen sprachen sich entschieden gegen die Hilfen aus. Parteichef Timo Soini sagte am Montag, es sei nicht hinnehmbar, dass Finnland "für die Fehler anderer bezahlt". Er fügte hinzu: "Wir waren bisher zu weich gegenüber Europa. Das muss sich ändern."

Für das Inkrafttreten des Rettungsschirms müssen alle 27 EU-Länder zustimmen. Die bisherige Regierung in Helsinki hatte dem Paket zugestimmt, die Ratifizierung im Parlament aber bis nach der Wahl aufgeschoben. Die Wahren Finnen wurden am Sonntag mit 19 Prozent zur drittstärksten Kraft im finnischen Reichstag.

Weder Soini noch der konservative Parteichef Jyrki Katainen wollten sich am Montag über die Zusammensetzung einer neuen Koalition äussern. Katainen bekommt als Chef der mit 20,4 Prozent stärksten Partei im neuen Parlament den Auftrag zur Regierungsbildung.

Zentrumspartei in der Opposition

Beobachter in Helsinki nahmen übereinstimmend an, dass eine Koalition der Konservativen mit den Wahren Finnen sowie den bisher oppositionellen Sozialdemokraten und ein oder zwei kleineren Parteien zu erwarten sei. Die Sozialdemokraten stellen mit 19,1 Prozent die zweitstärkste Fraktion im Reichstag.

Sie sind gegen den Euro-Rettungsschirm, Katainens konservative Partei ist dafür. Katainen sagte in der Wahlnacht: "Wir stehen vor sehr schwierigen Verhandlungen." Die bisherige Ministerpräsidentin Mari Kiviniemi vom bäuerlich-liberalen Zentrum erklärte, sie sei zum Wechsel in die Opposition bereit.

Ihre Partei war mit 15,8 Prozent klare Verliererin der Wahl. Die 42-Jährige hatte erst im vorigen Juni ihr Amt als zweite Frau an der Regierungsspitze in Finnland angetreten.

Sozialdemokraten mit Rechtsaussen

Als wichtiger Grund für die hohen Verluste des Zentrums - bisher stärkste Partei mit 23,1 Prozent - gelten Vorwürfe wegen zweifelhafter Finanzierungspraktiken bei früheren Wahlkämpfen. Sie gaben den Ausschlag für den Rücktritt von Kiviniemis Vorgänger und Parteikollegen Matti Vanhanen neun Monate vor der Wahl.

Die bisherige Koalition bestand aus Konservativen, Zentrum, Grünen und Schwedischer Volkspartei. In Finnland sind traditionell alle Parteien zur Zusammenarbeit in einer Regierung bereit.

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SDA-ATS