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Tunesiens junge Übergangsregierung steht mit der Flucht tausender Tunesier nach Italien vor einer grossen Bewährungsprobe. Sie versucht alle möglichen Fluchtwege abzusperren. Einen Einsatz italienischer Polizisten lehnte Tunesien vehement ab.

Die tunesischen Behörden versuchten den Flüchtlingsstrom aufzuhalten. In der Küstenregion Gabès bei der Touristeninsel Djerba seien mittlerweile alle möglichen Fluchtwege blockiert, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur TAP am Montag.

Bereits am Wochenende habe die Armee mit Unterstützung der Nationalgarde und von Fischern mehrere Überfahrten nach Lampedusa verhindert. In den Häfen von Gabès und Zarsis seien Kontrollpunkte installiert worden.

Mindestens fünf Flüchtlinge kamen beim Fluchtversuch in tunesischen Gewässern vor Zarzis ums Leben. Ihr Boot sei von der tunesischen Küstenwache angefahren worden und entzweigebrochen, berichteten Augenzeugen der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Grenzschutz vernachlässigt

In den vergangenen fünf Tagen waren mehr als 5000 Tunesier auf die nur 20 Quadratkilometer grosse italienische Insel Lampedusa geflohen.

Hintergrund des Flüchtlingsstroms zum 150 Kilometer entfernten Lampedusa ist der nach dem Sturz von Präsident Zine el Abidine Ben Ali vernachlässigte Grenzschutz im Land. Zahlreiche Menschen, vor allem Arbeitslose, sehen nun die Chance, in Europa ihr Glück zu suchen.

Italien hatte sich deshalb am Samstag genötigt gesehen, den humanitären Notstand für Lampedusa auszurufen und das Hauptflüchtlingslager wieder zu öffnen. Dieses war nach dem Stopp der Flüchtlingsströme aus Nordafrika im Herbst 2009 geschlossen worden.

Am Montagabend forderte der italienische Innenminister Roberto Maroni 200 zusätzliche Soldaten zur Kontrolle der Auffanglager. Von der Brüsseler EU-Kommission verlange Italien in einem formellen Brief 100 Millionen Euro, um dem Notstand begegnen zu können, sagte Maroni in Rom.

Italienische Beamte unerwünscht

Derweil lehnte die tunesische Regierung den Vorschlag aus Rom ab, italienische Beamte an der tunesischen Grenze einzusetzen. "Tunesien lehnt kategorisch jede Einmischung in seine inneren Angelegenheit ab", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur TAP einen Sprecher des Aussenministeriums.

Zu einer Zusammenarbeit mit befreundeten Staaten, um angemessene Lösungen für das Phänomen der illegalen Migration zu finden, sei Tunesien aber bereit.

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SDA-ATS