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Nach der Entführung eines libyschen Flugzeugs nach Malta dürfen die Passagiere die Maschine verlassen.

KEYSTONE/APTN

(sda-ats)

Aufatmen nach vier Stunden Nervenkrieg: Die Entführung eines libyschen Flugzeugs mit mehr als 100 Menschen ist in Malta ohne Gewalt zu Ende gegangen. Die zwei Entführer ergaben sich am Freitag maltesischen Sicherheitskräften.

Zuvor hatten die beiden Männer bereits alle 109 Passagiere und die Crewmitglieder freigelassen.

Zunächst hiess es, die beiden Männer seien mit Handgranaten und einer Pistole bewaffnet gewesen. Später erklärte Maltas Regierungschef Muscat, dass die Entführer offenbar Waffen-Nachbildungen bei sich trugen. Dennoch sei das Flugzeug nach möglichen Sprengsätzen und weiteren Waffen durchsucht worden.

Wie Libyens Aussenminister Taher Siala sagte, handelt es sich bei den Entführern um Anhänger des ehemaligen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, die eine politische Partei gründen und in Malta Asyl beantragen wollten. Einer der Männer hatte in der Flugzeugtür die grüne, alte libysche Staatsflagge geschwenkt, die nach dem Sturz und Tod Gaddafis 2011 abgeschafft wurde.

Auf Inlandflug entführt

Der Airbus der staatlichen libyschen Fluglinie Afriqiyah Airways war ursprünglich am Freitag auf einem Inlandflug von Sabha nach Tripolis. Doch Flug 8U209 änderte den Kurs und landete um etwa 11.30 Uhr auf dem Flughafen in der maltesischen Hauptstadt Valetta.

An Bord waren inklusive der Entführer 111 Passagiere, darunter 82 Männer, 28 Frauen und ein Kind. Auch ein Angehöriger des libyschen Parlaments hatte sich an Bord befunden, meldete der Nachrichtensender Al-Arabija.

Der Flughafenbetreiber hatte zunächst über eine "unrechtmässige Störung" informiert. Libyens international anerkannte Regierung bestätigte die Entführung, wie die amtliche Nachrichtenagentur Lana meldete.

Drohung mit Sprengsatz

Die zwei Entführer drohten Medienberichten zufolge mit einem Sprengsatz. Auch die unabhängige libysche Nachrichtenseite Alwasat berichtete von einer Drohung mit einem Sprengsatz. Darüber habe der Kapitän den Tower auf Malta informiert.

Auf Fernsehbildern war nach der Festnahme zu sehen, wie bewaffnete Soldaten das Flugzeug untersuchten. Der anfangs völlig unterbrochene Flugverkehr war am Freitagnachmittag bereits teilweise wieder aufgenommen worden noch bevor sich die Entführer ergeben hatten. Flüge in die und aus der Schweiz waren nicht betroffen.

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SDA-ATS