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Sexuelle Übergriffe durch Ärzte und - sehr viel seltener, aber nicht nie durch Ärztinnen - kommen laut der Ärzteverbindung FMH zu häufig vor und werden zu wenig energisch geahndet. Innerhalb der Ärzteschaft sind sie ein Tabuthema. Nun kündigt die FMH Massnahmen an.

Statistiken zum Thema gibt es kaum, aber alle bisher erstellten beziffern den Anteil von Ärzten, denen sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen wird, mit etwas über zehn Prozent. 15 Prozent sollen es es bei den Psychiatern, Gynäkologen und Allgemeinpraktikern sein. Betroffen seien aber alle Fachgebiete, sagte Christine Romann, Mitglied des Zentralvorstands der FMH, zur Nachrichtenagentur sda.

"So weit Zahlen dazu vorhanden sind, zeigen sie eines deutlich: Es ist kein marginales Problem", schreibt Romann im Editorial der jüngsten Ausgabe der "Schweizerischen Ärztezeitung".

Besonders stossend sei, dass etwa 80 Prozent der Täter Wiederholungstäter seien, denen offensichtlich weder die Standesorganisationen noch die Aufsichtsbehörden Einhalt gebieten könnten.

Bessere Kontrolle dank Register

Eigentlich können die Behörden mit dem 2010 vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) eingeführten Medizinalberuferegister die Vorgeschichte der Ärzte nachvollziehen. Die Kantonsbehörden wiederum sind verpflichtet, das Bundesamt über Verfahren gegen Ärzte zu unterrichten, wie Catherine Gasser, Verantwortliche für das Register beim BAG, auf Anfrage sagte.

Das Bundesamt weise die Verantwortlichen in den Kantonen drei bis viermal pro Jahr auf ihre Pflichten hin, sagte Gasser. "Nach Angaben meiner Mitarbeiter funktioniert das System immer besser."

Hinter diese Aussage setzt die FMH ein Fragezeichen. Silvia Cueni, Psychiaterin in Basel, zweifelt aufgrund langjähriger Erfahrung bei der Begleitung von Opfern ebenfalls an den Angaben des BAG. Viele Fälle würden nie Eingang ins Register finden. Denn die kantonalen Aufsichtsbehörden rieten gegenüber den Betroffenen nicht selten vor weiteren Schritten ab, sagte Cueni.

SDA-ATS