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Machtwechsel im Élysée: Der Sozialist François Hollande hat die französische Präsidentschaftswahl vor dem konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy gewonnen. Bei der Auszählung der Stimmen lag Hollande klar vorn.

Laut Innenministerium hatte der sozialistische Herausforderer gegen 20.30 Uhr rund 50,8 Prozent der Stimmen erzielt, der amtierende Präsident Nicolas Sarkozy 49,2 Prozent. Dabei waren etwa 50 Prozent der Stimmen ausgezählt. Nach den inoffiziellen Zahlen konnte Hollande mit einem Ergebnis von rund 53 Prozent rechnen.

Damit hat Hollande das höchste Staatsamt nach 17 Jahren von den Gaullisten zurückerobert und wird nach François Mitterand der zweite sozialistische Präsident der Fünften Republik.

Auf dem Bastille-Platz in Paris und vor der Zentrale der sozialistischen Partei PS brachen Zehntausende Anhänger bei Bekanntgabe der Hochrechnungen in riesigen Jubel aus. "On a gagné" jubelten sie: "Wir haben gewonnen."

Vor der Zentrale der UMP ging es ruhig zu, aber auch im Saal der Pariser Mutualité hatten sich Getreue des scheidenden Präsidenten versammelt. "Nicolas, Du bleibst der Beste", war auf einem Plakat zu lesen.

Trotzdem kündigte Sarkozy seinen Rückzug aus der Politik an. "Nach 35 Jahren in der Politik wird mein Platz nicht mehr derselbe sein. Mein Leben wird ein anderes sein", sagte er am Sonntagabend vor seinen Anhänger.

Richtungswechsel

Der Sieg Hollandes bedeutet einen Richtungswechsel für Frankreich, der auch Europa bedeutsam ist. Als Kernprojekte in Hollandes politischem Programm gelten eine umfassende Reform des Steuersystems und Massnahmen in den Bereichen Bildung und Beschäftigung.

So sollen Besserverdiener und Unternehmen stärker belastet werden und 60'000 neue Jobs im Bildungsbereich geschaffen werden. Zudem will Hollande den Fiskalpakt in Europa neu verhandeln und um ein Wachstumsprogramm ergänzen sowie bis Ende 2012 die französischen Truppen aus Afghanistan abziehen.

Absturz des "Omnipräsidenten"

Amtsinhaber Sarkozy hatte im Wahlkampf eine Fortführung seiner Reformen angekündigt und mit EU-skeptischen Tönen und der Drohung, die Grenzen zu schliessen, um Wähler am rechten Rand gebuhlt. Doch der "Omnipräsident" stürzte tief: Er wurde als erster amtierender Staatschef abgewählt. Vor fünf Jahren hatte er mit 53,1 Prozent gegen die sozialistische Kandidatin Ségolène Royale triumphiert.

SDA-ATS