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Frankreichs Sozialistenchefin Aubry will Sarkozy ablösen

Die französische Sozialistenchefin Martine Aubry ist ins Rennen um die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei gegangen. "Ich habe mich entschlossen, meine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl vorzuschlagen", sagte Aubry am Dienstag.

"Ich habe zutiefst Lust zu handeln, damit sich in ganz Frankreich die Dinge ändern", kündigte die Oppositionschefin in ihrer rund 20-minütigen Ansprache in Lille an. Aubry ist die Bürgermeisterin der nordfranzösischen Stadt.

Sie kritisierte die Politik der konservativen Regierung, die für die Privilegierten gemacht werde. Gleichzeitig skizzierte die 60-Jährige ihre Pläne eines "innovativen, wettbewerbsfähigen und ökologischen Frankreich", für die sie um den Rückhalt ihrer Landsleute warb.

"Wir träumen von einem echten Wechsel, von dem alle profitieren", sagte sie. Derzeit herrschten in Frankreich Angst und Miesmacherei. "Frankreich erlebt schwere Stunden. Ich werde mich mit allen Kräften dafür einsetzen, um den Land eine Zukunft zu geben", betonte sie.

"Mit eurer Unterstützung, mit eurem Vertrauen übernehme ich heute den Einsatz für einen Sieg 2012", beendete sie ihre Rede. Die frühere Arbeitsministerin Aubry hatte Ende der 90er Jahre die 35-Stunden-Woche eingeführt und will nach ihrer Wahl wieder dorthin zurück. Auch die abgeschaffte Rente mit 60 will sie wieder einführen.

Kandidatur nach Ausscheiden von Strauss-Kahn

Das Lager von Präsident Nicolas Sarkozy, der bei der Wahl im nächsten Frühjahr wahrscheinlich auf konservativer Seite ins Rennen geht, sieht in Aubry eine rückwärtsgewandte Bewerberin. "Das ist eine Kandidatin der Vergangenheit mit einem Programm, das klar überholt ist", sagte Bildungsministerin Valérie Pecresse im Radio.

Aubry war nach dem Rückzug des sozialistischen Hoffnungsträgers Dominique Strauss-Kahn Zögerlichkeit vorgeworfen worden. Die Parteichefin hatte ihre Kandidatur bei den Vorwahlen von der Entscheidung von Strauss-Kahn abhängig gemacht.

Nachdem dieser Mitte Mai wegen Vorwürfen der versuchten Vergewaltigung als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurücktreten musste, schied er auch aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Sozialisten aus.

Bisher Aubry und Hollande

Aubry wollte sich jedoch strikt an den sozialistischen Zeitplan halten und ihre Entscheidung erst verkünden, wenn ihre Partei offiziell Kandidaturen zulässt. Nachdem am Dienstag um 00.00 Uhr die Bewerbungsfrist begann, erklärte sich die Parteichefin.

Andere Kandidaten können bis zum 13. Juli folgen. Die Vorwahlen finden dann in zwei möglichen Wahlgängen im Oktober statt.

Bereits bekannt ist die Bewerbung des früheren Parteichefs François Hollande.

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