Navigation

Französische Bahn SNCF "bedauert" erstmals Judendeportationen

Dieser Inhalt wurde am 12. November 2010 - 17:17 publiziert
(Keystone-SDA)

Paris - Die französische Staatsbahn SNCF hat erstmals "Bedauern" für ihre Rolle bei der Deportation von Juden zur NS-Zeit gezeigt. Bisher berief sich die Bahn darauf, dass das Unternehmen unter der Nazi-Besatzung in Frankreich zu den Deportationen gezwungen gewesen sei.
Nun habe SNCF-Chef Guillaume Pepy beim Treffen mit Abgeordneten des US-Bundesstaates Florida "tiefen Kummer und Bedauern für die Folgen" geäussert, bestätigte die SNCF am Freitag einen Bericht der Zeitung "Le Monde". Pepy war Anfang November in Florida, um die SNCF-Bewerbung für eine Schnellbahnstrecke zwischen Tampa und Orlando zu präsentieren.
Wie in Kalifornien könnte die SNCF auch in Florida wegen ihrer Rolle bei den Judendeportationen von dem Milliardengeschäft ausgeschlossen werden. Kalifornien hatte ein Gesetz verabschiedet, demzufolge alle Bewerber für die Aufträge einer Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Los Angeles und San Francisco ihre Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg offenlegen müssen.
Das Unternehmen, das sich mit dem Zughersteller Alstom bewirbt, erklärte sich daraufhin zur Öffnung der Archive bereit. Der SNCF wird seit Jahren vorgeworfen, ihre aktive Rolle bei den Todestransporten zu verschleiern.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen