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Im Fürstentum Liechtenstein können sich gleichgeschlechtliche Paare künftig registrieren lassen. Am Sonntag hat sich das liechtensteinische Stimmvolk mit einem deutlichen Ja-Stimmenanteil von 68,8 Prozent für das Partnerschaftsgesetz ausgesprochen.

Bei einer Stimmbeteiligung von 74,2 Prozent setzten 9239 Stimmberechtigte mit ihrem Ja ein klares Signal für eine offene und liberale Gesellschaft. 4199 Stimmberechtigte oder 31,2 Prozent folgten den Argumenten der Gegner, die darin eine Schwächung der Familie sehen.

Die Regierung und das Parlament, der Landtag, standen geschlossen hinter dem neuen Partnerschaftsgesetz. Es sieht vor, dass homosexuelle Partnerschaften auf dem Zivilstandsamt beurkundet werden. Nicht zulässig sind die Adoption von Kindern und die Anwendung von fortpflanzungsmedizinischen Verfahren wie Samenspende oder Leihmutterschaft.

Tolerantes Liechtenstein

"Mit dem deutlichen Ja zum Partnerschaftsgesetz setzt Liechtenstein ein Zeichen für mehr Gerechtigkeit und Toleranz, weil wir mit diesem Schritt die heutige Benachteiligung gleichgeschlechtlicher Paare aufheben", freute sich Regierungschef Klaus Tschütscher über das Abstimmungsergebnis.

Weiter führte er gegenüber der Nachrichtenagentur SDA dazu aus: "Wir anerkennen und respektieren damit ohne Einschränkungen dauerhafte Beziehungen von Menschen, die füreinander da sein wollen und gegenseitig Verantwortung übernehmen."

Im Erbrecht, im Sozialversicherungsrecht, in der beruflichen Vorsorge, im Ausländer- und Einbürgerungsrecht, im Steuerrecht sowie im übrigen öffentlichen Recht werden die eingetragenen gleichgeschlechtlichen Paare den Ehepaaren gleichgestellt.

Harter Schlagabtausch

Das neue Gesetz hat im kleinen Fürstentum viel Staub aufgewirbelt. Befürworter und Gegner lieferten sich in den Leserbriefspalten der Zeitungen einen harten Schlagabtausch. Abgestimmt über den Erlass wurde am Wochenende, weil eine Interessengemeinschaft namens "Vox populi" erfolgreich das Referendum ergriffen hatte.

Hinter "Vox populi" steht Johannes Schraner aus Mauren, ein Cousin von Erzbischof Wolfgang Haas. Immerhin 31,2 Prozent der Stimmberechtigten folgten den stets gleichen drei Argumenten, welche Schraner und seine wenigen Mitstreiter ins Feld führten: Das neue Gesetz schwäche die Familie, und es sei gleichsam der Türöffner für ein späteres Adoptionsrecht.

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SDA-ATS