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Aussenminister Sigmar Gabriel erklärt den Medien die deutsche Position gegenüber der Türkei (Aufnahme vom Donnerstag, 20. Juli in Berlin).

KEYSTONE/EPA/CLEMENS BILAN

(sda-ats)

Der deutsche Aussenminister Sigmar Gabriel hat bei den Türken in Deutschland um Verständnis für die härtere Gangart in den Beziehungen zur Türkei geworben. In Deutschland leben rund drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln.

Die Regierung könne nicht tatenlos zusehen, wenn "unbescholtene deutsche Staatsbürger ins Gefängnis gesteckt" würden, schrieb Gabriel in einem am Samstag in der "Bild"-Zeitung abgedruckten Gastbeitrag auf Deutsch und Türkisch.

In der Türkei ergingen unterdessen laut einem Zeitungsbericht neue Haftbefehle gegen vier zuvor freigelassene Menschenrechtsaktivisten. Sie waren zusammen mit dem Deutschen Peter Steudtner festgenommen worden. In der Türkei sitzen nach Angaben des Auswärtigen Amtes vom Mittwoch neun Deutsche in Haft, darunter vier Deutsch-Türken.

Deutschland werde die Zusammenarbeit und vor allem die wirtschaftlichen Hilfen für die Türkei auf den Prüfstand stellen "und auch in Europa für eine klare Haltung eintreten", schrieb Gabriel. "Nichts davon richtet sich gegen die Menschen in der Türkei und unsere Mitbürger mit türkischen Wurzeln in Deutschland."

Die Freundschaft zwischen Deutschen und Türken sei ein grosser Schatz. Die türkischstämmigen Menschen in Deutschland "gehören zu uns - ob mit oder ohne deutschen Pass", schreibt Gabriel.

Türkische Gemeinde begrüsst Beitrag

Die Türkische Gemeinde in Deutschland begrüsste Gabriels Beitrag. "In der jetzigen Situation ist es richtig, Dialogbereitschaft zu zeigen", sagte der Vorsitzende des Dachverbandes von etwa 260 Einzelvereinen, Gökay Sofuoglu, der Zeitung "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht.

Die Anerkennung und politische Vertretung von türkeistämmigen Menschen sei zu lange vernachlässigt worden. "Wir würden uns wünschen, dass wir in dieser Krise näher zusammenrücken. Der Aussenminister hat einen Anfang gemacht", sagte Sofuoglu.

Das Verhältnis zwischen den Regierungen beider Länder ist nach der Festnahme von deutschen Staatsbürgern in der Türkei und Drohungen gegen deutsche Unternehmen angespannt. Zudem verweigert die Türkei deutschen Abgeordneten einen Besuch bei Bundeswehr-Soldaten auf einem NATO-Stützpunkt.

Das Auswärtige Amt verschärfte nun mitten in den Sommerferien die Reisehinweise für die Türkei. Ankara führt nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters aus Sicherheitskreisen eine Schwarze Liste mit 681 deutschen Unternehmen und Betrieben, die sie verdächtigt, terroristische Organisationen zu unterstützen.

Verständnis in Brüssel

Aus der EU-Kommission gab es Unterstützung für den Kurs der deutschen Regierung. "Die Reaktion Deutschlands ist verständlich", sagte EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn der Zeitung "Welt".

Europa habe grosse Geduld mit der Türkei bewiesen, doch scheine sie das nicht wertzuschätzen, sagte Hahn. "Die Zeit des Hinhaltens ist vorbei", meinte der Österreicher. Zugleich warf er dem EU-Beitrittskandidaten Türkei vor, sich von rechtsstaatlichen Grundsätzen zu entfernen.

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SDA-ATS