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Beim Bahnhof Zürich-Oerlikon ist am Dienstag die Verschiebung des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) planmässig gestartet worden. Mit 3 bis 4 Metern pro Stunde bewegt sich der 6200 Tonnen schwere Backsteinbau Richtung neuen Standort.

Um 11 Uhr drückten der verantwortliche Bauunternehmer Rolf Iten, der Zürcher Stadtrat André Odermatt und Peter Lehmann von Swiss Prime Site (SPS) symbolisch den roten Knopf und gaben damit das Kommando zum Anschieben. Gleichzeitig knallten auf dem Dach des MFO-Gebäudes zwei Böller.

Der Start der "europaweit grössten Verschiebeaktion" verlief so, wie sich das Iten vorgestellt hatte. "Alles ist im grünen Bereich", freute er sich. Eine seitliche Abweichung von 2 Millimetern nach zwei Stunden konnten ihn nicht beunruhigen. "Das liegt im Toleranzbereich".

Die Verschiebung des MFO-Gebäudes verfolgten hunderte von Zaungästen. Die Bewegung des Gebäudes ist mit blossem Auge allerdings kaum wahrnehmbar. Die "Reisegeschwindigkeit" beträgt bloss 0,5 Zentimeter pro Sekunde, wie Iten ausführte. Nur mit diesem Schneckentempo könne gewährleistet werden, dass das Gebäude aus Backstein keinen Schaden nehme.

Wetten, dass...

Der Inhaber der Spezialfirma aus Morgarten ZG, die in ihrer fast 60-jährigen Geschichte über 400 Gebäude und Objekte verschoben hat, ging vor der Aktion mit Peter Lehmann eine Wette ein. "Sie können ein volles Glas Wein im Gebäude auf einen Tisch stellen und ich garantiere Ihnen, dass bis zum Schluss kein Tropfen verschüttet wird", wettete Iten.

Verschoben werden muss das Backststeingebäude um 60 Meter, um Platz zu machen für zwei neue Gleise der SBB-Durchmesserlinie. Iten zeigte sich zuversichtlich, dass dies innerhalb von 15 Stunden gelingen wird. Am späten Mittwochnachmittag soll der Koloss am neuen Standort ankommen.

Vorwärts bewegt wird das Gebäude mit zwei Hydraulikpressen, die eine Schubkraft von je 60 Tonnen entwickeln. Mit einer kleineren Presse können seitliche Abweichungen korrigiert werden. Das Gebäude lagert auf Stahlträgern und bewegt sich auf 500 Stahlrollen, die auf sechs Verschubbahnen montiert sind.

Ein Wahrzeichen für Neu-Oerlikon

Die Verschiebung kostet rund 12 Millionen Franken. Den grössten Teil trägt die Immobilienfirma Swiss Prime Site, die neue Eigentümerin des Gebäudes.

Das Direktionsgebäude der alten Maschinenfabrik Oerlikon gilt als letzter Zeuge der Industrie des 19. Jahrhunderts in Oerlikon. Es wurde 1889 als Verwaltungssitz der MFO gebaut. Das Unternehmen produzierte ab 1876 vor allem Werkzeuge, Maschinen, Waffen und Elektrolokomotiven. 1967 wurde die MFO von der BBC, der heutigen ABB, übernommen.

SDA-ATS