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Genau zwei Jahre nach der Gruppenvergewaltigung einer Studentin in Neu Delhi in Indien haben zahlreiche Menschen der jungen Frau gedacht. Die Familie der Studentin, die zwei Wochen nach der Attacke an ihren Verletzungen starb, lud zu einem Gebetstreffen ein.

Menschenrechtsgruppen riefen ausserdem zu Mahnwachen mit Kerzen im Zentrum der indischen Hauptstadt auf. In Jaipur in Rajasthan waren Strassentheater geplant; in Mumbai spielte die Mädchen-Band Indiva zum Jahrestag. Eine Gruppe Aktivisten charterte drei Busse, die von verschiedenen Orten der indischen Hauptstadt zum Ort der Gebetsandacht fuhren.

"Der Vorfall geschah in einem Bus, es ist also ein symbolischer Akt, und er soll darauf aufmerksam machen, dass noch mehr für die Sicherheit von Frauen getan werden muss", sagte Mitorganisatorin Anjali Mehta von der Gruppe Justice Seekers (Sucher der Gerechtigkeit). Die Busse seien behangen mit Plakaten und Bildern von Schulkindern.

Nach der Vergewaltigung am 16. Dezember war ein Aufschrei durch Indien gegangen, und das Land diskutierte wie nie zuvor über Frauenrechte und Gewalt gegen Frauen. Zahlreiche Inderinnen erheben seitdem ihre Stimme und zeigen Sexualtäter an.

Vorher war dies wegen der gesellschaftlichen Ausgrenzung, die Vergewaltigungsopfer bis heute befürchten müssen, für viele Frauen undenkbar. Auch Gesetze wurden verschärft und Schnellgerichte eingeführt.

Vater fordert mehr Härte

Für den Vater der Studentin, die vor zwei Jahren zum Opfer wurde, ist noch nicht genug geschehen. Täter müssten viel schneller verurteilt und hingerichtet werden, forderte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. "Vergewaltiger denken, sie kommen mit ihrer Tat davon, denn schliesslich ist auch denjenigen noch nichts passiert, die meine Tochter vergewaltigt und getötet haben", sagte er.

Die Männer wurden in erster und zweiter Instanz schuldig gesprochen und zum Tod verurteilt. Derzeit liegt der Fall vor dem höchsten Gericht des Landes. Ein Jugendlicher, der ebenfalls beteiligt war, sitzt drei Jahre in einem Jugendgefängnis. Das ist die Höchststrafe für Minderjährige in Indien.

In einer Umfrage für die Zeitung "Hindustan Times" fanden Forscher heraus, dass die allermeisten Frauen in Neu Delhi sich nach wie vor unsicher fühlen. 97 Prozent erklärten, sie seien schon einmal sexuell belästigt worden. Die schlimmsten Orte dafür: Busse, Märkte, am Strassenrand und in Unterführungen.

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The citizens' meeting

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SDA-ATS