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Vor dem Genfer Gefängnis Champ-Dollon haben am Montagmorgen rund 170 Wärter gegen die Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen demonstriert. Sie forderten den Kanton Genf dazu auf, gegen die sich zuspitzende Überbelegung rasch zusätzliches Personal einzustellen.

In dem für 370 Inhaftierte ausgelegten Gefängnis Champ-Dollon befinden sich zurzeit gegen 800 Häftlinge. Die Lage im Gefängnis sei explosiv, sagte Christian Antonietti, Präsident der Gewerkschaft der Polizei und Gefängniswärter (UPCP). Drohungen gegen die Wärter, Unhöflichkeiten und Schlägereien unter den Insassen nähmen zu.

Die Abwesenheitsquote der Wärter nehme ebenfalls sprunghaft zu. "Es ist Zeit, dass die politischen Behörden ihre Verantwortung wahrnehmen", wie Antonietti festhielt. Er verurteilte auch die falschen Versprechen und "Effekthascherei" der vergangenen Wochen.

Seiner Ansicht nach ist derzeit nichts geplant, um die durch Überbelegung der Gefängnisse verursachten Probleme zu lösen. Man sage heute, dass man Haftplätze bauen wolle, die schon seit langem geplant gewesen seien.

Härtere Gangart gegenüber Kriminellen

Seit dem vergangenen Herbst verfolgt Genf eine härtere Vorgehensweise gegenüber Kriminellen. Antonietti stellt sich nicht gegen die härtere Gangart, bedauerte jedoch die Hast, mit der sie umgesetzt wurde.

"Man kann nicht unbegrenzt Leute ins Gefängnis stecken, ohne die Folgen einer derartigen Vorgehensweise für Champ-Dollon zu berücksichtigen." Die Arbeitsbedingungen seien "untolerierbar" geworden. Das Gefängnispersonal befinde sich in Gefahr.

Während der Mahlzeiten verfüge man noch über drei Wärter für 100 Häftlinge. In der Turnhalle der Strafanstalt oder bei den Spaziergängen sei die Lage ähnlich. Derzeit arbeiten 320 Wärter im Gefängnis Champ-Dollon.

Arbeit eine Stunde niedergelegt

Zur Demonstration am Montag versammelten sich über die Hälfte der Gefängniswärter. Einige kamen in ihrer Freizeit in Zivilkleidung, andere legten für eine Stunde die Arbeit nieder und erschienen in Uniform.

Der zuständige Genfer Regierungsrat Pierre Maudet (FDP) wandte sich am Montag in einem Brief an das Gefängnispersonal. Anfang Monat hätten 22 Wärter ihre Ausbildung begonnen und weitere 42 befänden sich im Rekrutierungsverfahren. Man sei bemüht, ein ausreichendes Verhältnis zwischen Wärtern und Insassen zu garantieren.

Auch die Nationale Kommission zur Verhütung von Folter (NKVF) hatte sich nach einem Besuch im Juni 2012 besorgt über die Überbelegung des Gefängnis Champ-Dollon gezeigt. Sie bemängelte unter anderem die Hygiene und forderte eine bessere Trennung von Frauen und Männern.

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SDA-ATS