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Die Bank Vontobel hat im vergangenen Jahr den Druck der deutschen Regierung auf Steuersünder zu spüren bekommen. Während Vontobel im ersten Halbjahr von Privatkunden 1 Mrd. Netto-Neugeld erhielt, verringerte sich der Zufluss im zweiten Halbjahr auf eine halbe Milliarde.

Dies habe klar mit "Angies Plattensammlung" zu tun, sagte Vontobel-Chef Herbert Scheidt und spielte auf jene gestohlenen CDs mit angeblichen Daten von Kunden Schweizer Banken an, welche die deutsche Regierung unter Kanzlerin Angela Merkel kaufte. In kritischen Zeiten schöben die Kunden ihre Vermögen stärker hin- und her, sagte er am Mittwoch an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich.

Die Neugelder bei Vontobel kamen vor allem aus der Schweiz, mitteleuropäischen Ländern und Osteuropa. Am boomenden Geschäft in Asien und in anderen aufstrebenden Volkswirtschaften hat Vontobel im Gegensatz zu Konkurrenten wie UBS, Credit Suisse und Julius Bär dagegen nur einen geringen Anteil.

Offshore-Banking vorbei

Konzernchef Scheidt ist dennoch überzeugt, das das Privatkundengeschäft gut laufe. Vontobel will weiter in seinen angestammten Märkten in Europa und Amerika wachsen und setzt zum Teil auch weiter auf das grenzüberschreitende Geschäft. Es gebe weiterhin Kunden, die bewusst Vermögen in einem anderen Land und in einer anderen Währung verwaltet haben wollten.

Allerdings ist laut Scheidt das traditionelle Offshore-Banking, das vom alten Schweizer Bankgeheiminis profitierte, Geschichte. Vontobel erfülle auch für jene internationalen Kunden, die von der Schweiz aus betreut würden, die Vorschriften ausländischer Finanzämter für das grenzüberschreitende Geschäft.

Insgesamt schwoll der Neugeldzufluss dennoch von 2,1 Mrd. Fr. auf 5,5 Mrd. Fr. an. Den grösseren Teil erhielt die Bank in der Sparte Asset Management, der institutionelle Anleger wie Pensionskassen oder Versicherer ihre Gelder anvertrauen. Im Jahresverlauf wuchsen die verwalteten Gelder um 5 Prozent auf 78,6 Mrd. Franken.

Dank der Vermögensverwaltung stieg der Vontobel-Reingewinn um 7 Prozent auf 147,3 Mio. Franken. Das Private Banking fuhr mit 48,5 Mio. Fr. mehr als doppelt so viel Vorsteuergewinn ein als im Vorjahr, während das Asset Management mit 50,6 Mio. Fr. um fast ein Drittel zulegen konnte.

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SDA-ATS