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Fähren standen still, Züge fuhren nicht, der Luftverkehr war zeitweise unterbrochen: Der zweite Generalstreik in diesem Jahr aus Protest gegen die Sparpläne der Regierung hat das öffentliche Leben in Griechenland am Mittwoch erneut lahmgelegt.

In Athen und in Thessaloniki gingen Tausende auf die Strasse. Die Beteiligung an Kundgebungen in Athen blieb mit etwa 30'000 Menschen aber weit hinter der Zahl, welche die Gewerkschaften erhofft hatten. Vor rund einem Jahr hatten mehr als 300'000 Menschen gegen die Sparauflagen demonstriert.

Auf Sparkurs getrimmt

Die Demonstranten folgten einem Aufruf der Gewerkschaften, um gegen die geplanten Privatisierungen und Einschnitte im Staatshaushalt zu protestieren. Griechenland hatte letztes Jahr ein 110 Milliarden Euro schweres Rettungspaket von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) in Anspruch genommen und sich einem strikten Sparprogramm verschrieben.

Tausenden Griechen wurden Gehälter und Renten gekürzt, viele verloren ihre Arbeit. Um den riesigen Schuldenberg von rund 340 Milliarden Euro abzutragen, soll Athen nach bisherigen Vorgaben in drei Jahren 26 Milliarden Euro einsparen.

"Sie wollen unsere sozialen Rechte unterdrücken, für die wir jahrzehntelang gekämpft haben", sagte ein 46-jähriger Demonstrant, der in der IT-Branche tätig ist. Es gehe ausschliesslich darum, "Banken und Banker" zu retten. "In meiner Firma gab es allein im Januar hundert Entlassungen, unsere Gehälter wurden um 15 Prozent gekürzt, und es wird noch mehr kommen."

Öffentlicher Verkehr steht still

Durch den Generalstreik wurden sowohl die Fährverbindungen vom Festland auf die griechischen Inseln als auch der Zug- und öffentliche Nahverkehr eingestellt. Die Fluggesellschaften Olympic Air und Aegean strichen Dutzende In- und Auslandsverbindungen. Auch die öffentliche Verwaltung sowie Schulen und Spitäler wurden bestreikt. Zeitungen, Radio und Fernsehen stellten ihre Arbeit für 24 Stunden ein.

Als der Protestzug zum Parlament in Athen zog, begannen jugendliche Demonstranten mit Steinen zu werfen, Schaufensterscheiben zu zertrümmern und Mülltonnen anzuzünden. Die Polizei ging mit Tränengas gegen die Demonstranten vor. Mindestens sieben Menschen wurden Berichten zufolge verletzt. Die Polizei sprach von fünf Festnahmen.

Gewaltausbrüche wie vor einem Jahr blieben aber aus. Die Behörden hatten ein Grossaufgebot von Polizisten in das Stadtzentrum geschickt, um Ausschreitungen autonomer Gruppen zu verhindern. Am 5. Mai 2010 waren am Rande einer Demonstration drei Bankangestellte getötet worden, nachdem ein Sprengsatz in ihr Büro geschleudert wurde.

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SDA-ATS