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Gesundheitsligen setzen stärker auf psychosoziale Beratung

Immer mehr Menschen leiden an chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Schweizer Gesundheitsligen wollen nun ihre Kräfte besser bündeln und Versorgungslücken schliessen, etwa bei der psychischen Betreuung.

Auf die Krebsliga oder die Herzstiftung, welche die Interessen chronisch kranker Menschen vertreten, kommt wegen der demografischen Entwicklung mehr Arbeit zu. Zudem bestehen heute bereits einzelne Versorgungslücken, wie aus einer Studie der Schweizerischen Gesundheitsligen-Konferenz (GELIKO) hervorgeht, die am Freitag in Bern den Medien vorgestellt wurde.

So brauche es mehr psychosoziale Beratung, da körperliche Erkrankungen - insbesondere im Alter - häufig auch zu psychischen Problemen führen, wie es in der Studie heisst. Dementsprechend müssten Leistungen stärker auf Pflege und Betreuung ausgerichtet werden. Auch für Menschen mit Migrationshintergrund seien vermehrt Angebote nötig.

Anknüpfungspunkte sehen die Autoren etwa beim Coaching von Patientinnen und Patienten oder bei Bedarfsabklärungen. Zudem könnten die Ligen Freiwillige ausbilden und die Zusammenarbeit mit bestehenden Anbietern aufgleisen und koordinieren.

Weniger Doppelspurigkeiten

Die Mehrheit der Schweizerischen Gesundheitsligen ist krankheitsspezifisch aufgestellt. Da aber immer mehr Menschen gleichzeitig an mehreren Krankheiten leiden (Multimorbidität), kommt es auch öfter zu Doppelspurigkeiten und Konkurrenz unter den Mitgliedern der GELIKO, wie die Studie ergab. Die Ligen wollen nun eine stärkere Zusammenarbeit prüfen.

Die Autoren empfehlen, dass die Koordination patientenzentriert erfolgt, Betroffene also nicht mit verschiedenen Ligen, sondern nur mit einer zu tun haben. Diesem Anspruch sind dort Grenzen gesetzt, wo viel krankheitsspezifisches Wissen gefragt ist.

Gutes Zeugnis

Die Studie verweist auch auf die grosse Bedeutung der Gesundheitsligen für das Gesundheitswesen. So zeigen erstmals erhobene Zahlen, dass die Ligen 2013 Leistungen im Umfang von 270 Millionen Franken erbracht haben, wovon nur 15 Prozent mit Geldern aus der öffentlichen Hand entschädigt wurden.

"Die Gesundheitsligen tragen mit Beratung, Information und Hilfe zur Selbsthilfe dazu bei, die Gesundheit zu fördern, menschliches Leid zu lindern und Krankheitskosten einzudämmen", sagte der Präsident der GELIKO und Berner SP-Ständerat Hans Stöckli gemäss einer Mitteilung.

Bezogen auf Prävalenz und Krankheitskosten deckten die Ligen die wichtigsten Krankheiten ab. Ihre Stärken seien insbesondere ihre Fachkompetenz, ihre Vertrauenswürdigkeit und die Nähe zu Patientinnen und Patienten.

Weniger Geld

Als Herausforderung identifiziert die Studie die Finanzen. So werden die Kassen der Ligen künftig nicht unbedingt praller gefüllt sein. Die Beiträge der öffentlichen Hand wurden gekürzt und auch die Einnahmen aus Spenden und Legaten, einer wichtigen Einnahmequelle, gehen zurück.

Die Untersuchung basiert auf Aktenstudium, einer Befragung der 16 in der GELIKO zusammengeschlossenen Ligen und ihrer rund 200 regionalen Mitgliederorganisationen sowie Interviews mit Akteuren aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Sie wurde zwischen Sommer 2014 und Frühling 2015 vom Forschungsbüro INFRAS durchgeführt.

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