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Nach der Hinrichtung eines islamistischen Parteiführers in Bangladesch ist es erneut zu schweren Unruhen gekommen. Mindestens acht Menschen wurden durch die neue Gewalt getötet. Ministerpräsidentin Sheikh Hasina drohte ein hartes Durchgreifen der Sicherheitskräfte an.

Der wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilte Islamistenführer Abdul Quader Molla war am Donnerstag gehängt worden. Seitdem wurden bei den Ausschreitungen mindestens 20 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt.

Am Sonntag zündeten Anhänger von Mollas islamistischer Oppositionspartei Jamaat-e-Islami in der nördlichen Stadt Patram mindestens 20 Häuser von Mitgliedern der regierenden Awami Liga an, wie ein Regierungsmitarbeiter sagte. Die Sicherheitskräfte feuerten demnach Warnschüsse ab. In der Stadt seien zwei Menschen getötet worden, hiess es aus Polizeiquellen.

In der Oppositionshochburg Companyganj setzten nach Polizeiangaben 8000 Jamaat-Anhänger vier Regierungsbüros in Brand und griffen die Beamten mit selbstgebastelten Bomben und Schusswaffen an. Dort seien drei Menschen getötet worden. Drei weitere Gewaltopfer habe es in den Städten Ramganj und Laxmipur gegeben, hiess es von der Polizei.

"Wir haben genug Geduld gezeigt, wir werden nichts mehr tolerieren", sagte Regierungschefin Hasina auf einer Parteiveranstaltung am Samstagabend. Sie warf den Islamisten Kriegsverbrechen vor.

"Schlächter von Mirpur"

Molla war Mitte September wegen Kriegsverbrechen während des Unabhängigkeitskriegs gegen Pakistan 1971 zum Tode verurteilt worden. Er ist der erste Beschuldigte überhaupt, der für seine Rolle im Krieg die Höchststrafe bekam.

Der als "Schlächter von Mirpur" bekannte Molla wird für mehrere Morde, Massenmorde und Vergewaltigungen in einem Vorort der Hauptstadt Dhaka verantwortlich gemacht.

SDA-ATS