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Bern - Die Gewerkschaft Unia meldet Widerstand an gegen die ihrer Ansicht nach immer heftiger werdenden Angriffe auf den Arbeitnehmerschutz im Detailhandel. Wie sie am Freitag vor den Medien darlegte, ist sie vor allem gegen einen "24-Stunden-Arbeitszwang im Verkauf".
Die Wirtschaftskommission des Nationalrats müsse sich am Montag mit einer besonders radikalen Vorlage befassen: Eine Parlamentarische Initiative des Genfer FDP-Nationalrats Christian Lüscher fordere nichts weniger als die Abschaffung jeglicher Beschränkung der Arbeitszeit in Tankstellenshops, sagten Unia-Vertreter in Bern.
Dabei habe das Bundesgericht erst vor einem Monat einen klaren Entscheid zur Beschränkung der Nachtarbeit in Tankstellenshops gefällt. Es habe den Schutz von Gesundheit und Sozialleben der Arbeitnehmenden höher gewichtet als die Profitinteressen der Shopbetreiber.
Vorstoss als Türöffner
Der Vorstoss Lüscher sei ein Türöffner, um die Ladenöffnungszeiten generell auszudehnen, erklärte Unia-Geschäftsleitungsmitglied Vania Alleva an der Medienkonferenz. So fordere die IG Detailhandel, der Zusammenschluss der grossen Detailhandelsketten, Öffnungszeiten bis 20 Uhr von Montag bis Samstag in der ganzen Schweiz.
Zudem verlange die IG Detailhandel Abend- und Sonntagsverkäufe sowie längere Öffnungszeiten vor Feiertagen - und dazu noch Ausnahmeregelungen an Bahnhöfen und Tankstellenshops. Dies sei "ein inakzeptabler Angriff auf eine wichtige Freiheit - die Freiheit, nicht rund um die Uhr verfügbar sein zu müssen", sagte Alleva.
Drohung mit Referendum
Der Berner SP-Nationalrat André Daguet geisselte die Salami-Taktik der Arbeitgeber: "Immer neue Ausnahmen - ein Sonntag oder ein Abendverkauf hier, ein Bahnhof, eine Tankstelle, eine Tourismuszone dort - machen aus der Ausnahme Schritt für Schritt eine allgemeine Regelung."
Sollte die rechte Parlamentsmehrheit den Arbeitnehmerschutz bei Tankstellenshops tatsächlich abschaffen, werde man ein Referendum ernsthaft prüfen, fügte der SP-Politiker an.
Schlaf und Verdauung gestört
Gewerkschaftsbund-Sekretär Jean-Christophe Schwab sagte, Nacht- und Sonntagsarbeit hätten gravierende Folgen für die Gesundheit und das Sozialleben der Beschäftigten. Gemäss medizinischen Studien führe Nachtarbeit zu Störungen von Schlaf, Herzrhythmus und Verdauung sowie zu Stress und erhöhten Krebsrisiken.

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SDA-ATS