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Giulia Steingruber will am Mittwoch in der WM-Qualifikation in Montreal angreifen. Am Sprung plant sie neben dem Tschussowitina wie bei Olympia-Bronze in Rio den Jurtschenko mit Doppelschraube.

Das Podiumstraining drei Tage vor dem Wettkampf im Olympiastadion von 1976 hatten sich Giulia Steingruber und Nationaltrainer Fabien Martin als Deadline gesetzt. Spätestens bei der Hauptprobe mussten die Sprünge, die am Mittwoch in der Qualifikation gezeigt werden, sitzen. Geplant war nur eine Schraube bei Steingrubers zweitem Sprung, dem Jurtschenko, der ihr deutlich schwerer fällt als der Tschussowitina. Doch dann ergriff Steingruber am Sonntag die Initiative und turnte den Jurtschenko mit einer Doppelschraube in den Stand.

Sie habe sich gut gefühlt und wollte den Sprung zeigen, sagte Martin. "Sie ist alt und erfahren genug, um zu entscheiden." Der Auftritt Steingrubers gefiel dem Franzosen. Sogar die Kampfrichter seien überrascht gewesen, in welch guter Verfassung sich die fünffache Europameisterin nach ihrer Operation im rechten Fussgelenk im Januar bereits wieder befinde. "Giulia gab ein sehr gutes Bild ab."

Rückkehr mit Ambitionen

Für Steingruber sind die Titelkämpfe in der kanadischen Metropole zwar ein "Wiedereinstieg" in das internationale Wettkampfgeschehen, ein weiterer Schritt zurück an die Weltspitze und zur Verfassung des Jahres 2016, als sie mit Doppel-Gold an den Heim-Europameisterschaften in Bern und Olympia-Bronze am Sprung in Rio ihre grössten Erfolge der Karriere feierte. Doch Ambitionen hat sie trotzdem. "Jeder Grossanlass ist für mich mega wichtig", sagte sie im Vorfeld der ersten Weltmeisterschaften in Kanada seit 1985.

Der Einzug in den Mehrkampf-Final der besten 24 am Freitag ist das Mindestziel der 23-jährigen Ostschweizerin. Bringt sie ihre beiden Sprünge in den Stand, ist der Einzug in den Sprung-Final am Samstag ebenfalls realistisch. Und sogar am Boden traut Martin seiner Teamleaderin einen Platz in den Top 8 zu. Mit Ausnahme des Doppelsaltos mit einer Doppelschraube will sie in Montreal alle ihre Schwierigkeiten zeigen. "Unser Ziel ist es, das bestmögliche Resultat zu erzielen, ohne die Gesundheit zu gefährden", sagte Martin.

Die WM-Medaille fehlt noch

Noch fehlt in Steingrubers eindrücklichem Palmarès eine WM-Medaille. Auch wenn sie aufgrund ihrer Operation und der langen Pause für einmal nur als Aussenseiterin antritt, die Ausgangslage ist vielversprechend. Der Kampf um die Medaillen präsentiert sich so offen wie lange nicht mehr, da Simone Biles, die amerikanische Überturnerin der letzten Jahre, sowie ihre Teamkolleginnen von Rio 2017 ein Sabbatical einlegten. Am Sprung fehlt neben Biles mit der Nordkoreanerin Hong Un-Jong auch die Weltmeisterin von 2014. Träumen ist erlaubt - auch für Steingruber.

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SDA-ATS