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Der geheimnisumwitterte Rohstoffgigant Glencore öffnet sich in einem der grössten Börsengänge der europäischen Geschichte dem Publikum. Indem das Unternehmen mit Sitz in Baar ZG seine Aktien an die Börsen von London und Hongkong bringt, will es bis zu 12,1 Mrd. Dollar (10,9 Mrd. Fr.) einnehmen.

Durch den schon seit geraumer Zeit erwarteten Schritt soll Glencore, mit 145 Mrd. Dollar bei weitem das umsatzstärkste Unternehmen in der Schweiz, noch grösser werden. Der Konzern, der unter anderem mit Öl, Kohle, Metallen und Landwirtschaftsprodukten handelt, will für 3,2 Mrd. Dollar die russische Bergbaufirma Kazzinc praktisch ganz übernehmen.

Weitere 5 Mrd. Dollar sollen in den nächsten drei Jahren in Minen und in Erdölanlagen in Afrika und Südamerika gesteckt werden, wie am Donnerstag bekannt gegeben wurde. Ausserdem wollen die Zuger Kredite zurückzahlen.

Manager bekommen Millionen

Der Handel soll am 19. Mai beginnen. Glencore will 15 bis 20 Prozent seines Kapitals in London und Hongkong platzieren. In einem ersten Schritt würde der Börsengang 9 Mrd. bis 11 Mrd. Dollar abwerfen.

Dazu komme eine Mehrzuteilungsoption (so genannter Greenshoe) von 10 Prozent, was das Volumen auf 12,1 Mrd. Dollar heben würde. Damit wäre Glencore insgesamt 60 Mrd. Dollar wert.

Für den Börsengang würden neue Aktien im Wert von 6,8 Mrd. bis 8,8 Mrd. Dollar geschaffen, hiess es weiter. Dazu kämen Aktien im Wert von 2,2 Mrd. Dollar aus dem Besitz der bisherigen Aktionäre. Für die bisherigen Besitzer von Glencore, rund 500 Manager, besteht eine Verkaufssperre. Der Deal macht sie aber zu Millionären.

Fusion mit Xstrata "sinnvoll"

Glencore wurde 1974 vom legendären Rohstoffhändler Marc Rich gegründet. Das Unternehmen hat auf der ganzen Welt Minen, Raffinerien, Eisenhütten und Weizensilos oder ist zumindest an ihnen beteiligt. Diese Industriegüter steuerten im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte zum Gewinn von 3,8 Mrd. Dollar bei.

Glencore ist ausserdem noch an mehreren börsennotierten Konzernen beteiligt. Allein sein 34-prozentiger Anteil am Bergbaukonzern Xstrata, der seinen Sitz ebenfalls im Kanton Zug hat, ist derzeit weit über 20 Mrd. Dollar wert.

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SDA-ATS