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Die Talfahrt des Goldpreises hat sich am Montag dramatisch beschleunigt. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) stürzte in der Spitze um 8,3 Prozent auf 1355,80 Dollar ab. Das war der höchste Tagesverlust in über 30 Jahren.

Zudem notiert der Preis nun so niedrig wie zuletzt im Februar 2011. Die "goldene Dekade" scheine ein jähes Ende zu finden, erläutert Norman Rudschuck, Analyst bei der Norddeutschen Landesbank. Der Handelsverlauf am Montag gleiche eher einem Winterschlussverkauf als fundamental gerechtfertigten Preisentwicklungen.

"Fundamental gibt es keine Gründe für den Preisverfall", erklärte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Der Preissturz sei vor allem über den Future-Markt ausgelöst worden. Der an der Comex gehandelte Gold-Future stürzte um bis zu 9,7 Prozent ab.

"Dabei wurden charttechnische Marken gerissen, wodurch Anschlussverkäufe ausgelöst wurden", fügte Fritsch hinzu. "Das hat einen Dominoeffekt ausgelöst, eine Spirale nach unten." Fritsch rechnet vorerst aber nicht mit einer Erholung. "Da haben sich zu viele Anleger die Finger verbrannt. Das Vertrauen ist erst einmal dahin", erklärte er.

Rudschuck spricht von Übertreibung und erwartet, dass die Zentralbanken der Schwellenländer den niedrigen Preis für Käufe nutzen werden, um so ihre Bilanzpositionen besser zu diversifizieren.

Mögliches Ende der lockeren US-Geldpolitik als Grund?

Einige Analysten vermuten zudem, dass die Anleger nicht mehr mit einer unendlichen Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik in den USA rechnen. Damit würde Gold als Inflationsschutz uninteressant, erklärten sie.

"Was wir da sehen, sind Panik-Verkäufe, die vielleicht durch die Haltung der Fed ausgelöst wurden", erklärte Dominic Schnider, Analyst bei UBS Wealth Management. Die Notenbanker hatten bei ihrer letzten Sitzung im März zwar ihre geldpolitische Haltung nicht verändert. Dem Protokoll zufolge hatten sich aber einige für eine Drosselung der Geldflut noch in diesem Jahr ausgesprochen.

Viele Anleger lösten zudem ihre Gold-ETF-Positionen auf. Per Freitag gingen die Bestände des weltgrössten SPDR-Gold Trust Fonds um weitere 22 Tonnen zurück. Gold galt in den vergangenen zehn Jahren als sicherer Anlagehafen - vor Inflation oder Währungsproblemen. Viele Zentralbanken aus den Schwellenländern hatten sich mit Gold eingedeckt.

Auch Preise für Silber und Platin fallen

Neben dem Goldpreis geriet bei den Edelmetallen auch der Silberpreis unter die Räder. Eine Feinunze verbilligte sich um bis zu elf Prozent auf 22,97 Dollar und notierte damit so niedrig wie seit Oktober 2010 nicht mehr. Auch Palladium und Platin liessen Federn und verbilligten sich um sechs beziehungsweise 4,5 Prozent.

Ebenfalls auf Talfahrt waren die Industriemetalle wie Kupfer und Öl. Der Kupferpreis fiel in der Spitze um 4,3 Prozent auf 7085 Dollar je Tonne und Öl um bis zu drei Prozent auf 100,02 Dollar je Barrel Nordseeöl Brent. Kupfer lag damit auf dem Preisniveau vom Oktober 2011, Brent auf dem vom Juli vorigen Jahres.

Händler führten den Preisrückgang auf enttäuschende Konjunkturdaten aus China zurück. Denn hinter dem Rohstoff-Boom der vergangenen Jahre stand vor allem die Spekulation auf China, dem grössten Kupfer- und zweitgrössten Ölverbraucher der Welt. Doch Chinas Wirtschaft wuchs im ersten Quartal 2013 mit 7,7 Prozent nicht so stark wie im vierten Quartal 2012 und damit weniger als erwartet.

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SDA-ATS