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Der Skandal um Dutzende verschleppte Studenten in Mexiko hat politische Konsequenzen. Der Gouverneur von Guerrero stellt sein Amt zur Verfügung. Zuletzt waren immer mehr Details über die Verstrickung von Politik und organisiertem Verbrechen bekanntgeworden.

Fast einen Monat nach dem Verschwinden Dutzender Studenten im Südwesten Mexikos hat der Gouverneur des Bundesstaats Guerrero seinen Posten zur Verfügung gestellt. Ángel Aguirre Rivero bat den Regionalkongress am Donnerstag, ihn von seinem Amt freizustellen.

Der Politiker der Partei der Demokratischen Revolution (PRD) war wegen seines Krisenmanagements im Fall der vermissten Studenten zuletzt immer stärker in die Kritik geraten.

Zu einer Lösung beitragen

Mit dem Schritt wolle er ein günstigeres politisches Klima schaffen und zu einer Lösung beitragen, sagte Aguirre. Gewählte Politiker in Mexiko können ihr Amt nicht eigenmächtig aufgeben, sondern müssen um eine Entbindung von ihren Posten bitten. Die Amtszeit von Aguirre endet regulär im kommenden Jahr.

Nach Auseinandersetzungen in der Stadt Iguala am 26. September hatten Polizisten 43 Lehramtsstudenten verschleppt. Sie übergaben sie der kriminellen Organisation "Guerreros Unidos". Von den jungen Menschen fehlt jede Spur. Bei in mehreren Massengräbern entdeckten Leichen handelt es sich nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft nicht um die Vermissten.

Bürgermeister-Ehefrau verdächtigt

Der Bürgermeister der Stadt soll den Einsatz angeordnet haben. José Luis Abarca gehört ebenfalls der PRD an und wollte offenbar verhindern, dass die Studenten eine Rede seiner Frau stören. Die Bürgermeister-Gattin wiederum ist führendes Mitglied der "Guerreros Unidos". Die Bande hat nach Einschätzung der Ermittler die Stadtverwaltung und die örtlichen Sicherheitskräfte infiltriert.

Guerrero gilt als gefährlichster Bundesstaat Mexikos und als ein Hort der Korruption. Mittlerweile hat die Bundespolizei in zwölf Ortschaften der Region die Kontrolle übernommen. Die Gemeindepolizisten wurden entwaffnet und zur Überprüfung in eine Kaserne der Streitkräfte gebracht.

Regierungssitz in Brand gesteckt

"Ich habe öffentlich erklärt, wenn mein Rücktritt dabei hilft, diese Angelegenheit zu regeln, werde ich dem nicht im Wege stehen", sagte Aguirre bei einer Pressekonferenz am Abend (Ortszeit). Die vermissten Studenten zu finden, habe absolute Priorität.

In der vergangenen Woche hatten aufgebrachte Kommilitonen der verschleppten Studenten den Sitz der Regionalregierung von Guerrero in Brand gesteckt. Die Lehramtsstudenten der linken Hochschule Ayotzinapa drangen in der Provinzhauptstadt Chilpancingo in den Regierungspalast ein und legten in einigen Büros Feuer.

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SDA-ATS