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Graubünden und die Westschweiz buhlen um Olympia

Im nationalen Bewerbungsprozess für die Durchführung der Winterspiele 2026 verbleiben zwei Projekte im Rennen: aus Graubünden und der Westschweiz.

Bis zum Stichtag (15. Dezember) wurden bei Swiss Olympic nach vier Workshops zwei Olympia-Bewerbungen offiziell angemeldet - eine aus Graubünden und eine aus der Westschweiz. Im Juni war das nationale Nominierungsverfahren mit fünf Projekten gestartet worden. Anfang September wurde der Rückzug eines Projekts aus der Zentralschweiz bekannt. Die zwei überregionalen Projekte "Switzerland 2026" um den Gstaader Bauingenieur Kurt Iseli und "Games for our future" des Bielers Fränk Hofer schlossen sich derweil in den vergangenen Wochen mit jenem aus der Westschweiz (Waadt/Wallis) zusammen. Dieses neue Projekt wird unter dem Namen "Sion 2026. Die Winterspiele im Herzen der Schweiz" geführt.

Damit buhlen noch zwei Bewerber um die Gunst des Sportdachverbandes Swiss Olympic. In Graubünden initiierten vor einem Jahr die Dachorganisationen der kantonalen Wirtschaft eine Kandidatur. Das Dossier, das von der Bündner Regierung eingereicht wurde, trägt den Namen "Olympische und Paralympische Winterspiele 2026 Graubünden und Partner". Offen sind noch Fragen betreffend die Austragungsorte von Eisschnelllauf und Eishockey. Ein Verpflichtungskredit von 25 Millionen Franken wurde von der Kantonsregierung und vom Bündner Parlament gutgeheissen.

Am 12. Februar 2017 sollen die Bündnerinnen und Bündner in einer Abstimmung darüber befinden. Eine Host-City ist im Bündner Dossier nicht genannt. Es stünden mit Davos und St. Moritz aber "zwei weltbekannte Wintersportorte zur Verfügung", sagte der Bündner Volkswirtschaftsminister Jon Domenic Parolini (BDP) auf Anfrage. Ein Entscheid für den einen oder anderen Ort soll laut Parolini im Rahmen der internationalen Kandidatur fallen.

Bei der Kandidatur aus der Westschweiz handelt es sich um eine interkantonale Bewerbung der Kantone Wallis, Waadt, Freiburg und Bern. Das Wallis und die Waadt hatten ihre Projekte bereits im Mai zusammengelegt ("2026. Les Jeux Swiss Made" von FC-Sion-Präsident Christian Constantin und der Waadtländer Handels- und Industriekammer CVCI). Ende November wurde Sitten als Host-City bestimmt. Sämtliche Kantone haben ihre finanzielle Unterstützung der Kandidatur zugesichert - zuletzt in dieser Woche Bern und Freiburg. Das Dossier von "Sion 2026" umfasst 14 Austragungsstandorte für die Sportwettbewerbe sowie vier weitere Standorte. Das endgültige Standortdispositiv wird gemäss Medienmitteilung beschlossen, sobald das Sportparlament die Wahl einer Schweizer Kandidatur verabschiedet hat.

Den Winter durch erfolgen nun in diesen beiden Kandidatur-Regionen weitere Besuche der Task-Force-Mitglieder, am Ende wird es einen Evaluationsbericht geben. Am 7. März 2017 wird der Exekutivrat von Swiss Olympic entscheiden, ob und wenn ja, welche Kandidatur-Städte/-Regionen er seinem Sportparlament vorschlagen wird. Dieses wird am 11. April anlässlich einer ausserordentlichen Versammlung über den Vorschlag befinden. Die Kosten für eine Bewerbung beliefen sich auf 24 Millionen Franken, für welche der Bund, Swiss Olympic und die betreffende Region zu je einem Drittel aufkommen müssten.

Am 11. März dieses Jahres hatten die Mitglieder des Sportparlaments an einer ausserordentlichen Versammlung ohne Gegenstimme grünes Licht gegeben, um eine Schweizer Kandidatur für die in zehn Jahren stattfindenden Olympischen Spiele zu entwickeln.

Zwei Hauptforderungen

Um den Zuschlag auf nationaler Ebene zu erhalten, müssen die eingereichten Kandidaturen folgende Hauptforderungen von Swiss Olympic erfüllen: a) Die "Host-City" und die entsprechende Region wie auch die gesamte Schweiz müssen von der Kandidatur stark profitieren. b) Die Kandidatur muss so überzeugend und attraktiv sein, dass sie 2019 anlässlich der 132. Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) eine Mehrheit der Stimmen der IOC-Mitglieder auf sich vereinen kann.

Die Kandidatur aus der Westschweiz weckt Erinnerungen an das Jahr 1999. Damals hatte sich das Wallis mit seinem Hauptort Sitten mit dem Projekt "Sion 2006" für die Austragung der Spiele beworben und sich sehr gute Chancen ausgerechnet. Das IOC entschied sich jedoch gegen die Kandidatur aus der Schweiz und vergab die Winterspiele 2006 nach Turin.

Für die Winterspiele 2010 hatten Graubünden und Zürich sowie Montreux mit Bern kandidiert. Das Sportparlament von Swiss Olympic setzte auf Bern-Montreux, doch zeigten die bernischen Stimmberechtigten dem Projekt 2002 die kalte Schulter. Vorläufig zum letzten Mal scheiterte im März 2013 ein Schweizer Olympia-Projekt an der fehlenden Begeisterung im Volk. Die Bündner Stimmberechtigten verwarfen damals die Kandidatur für die Winterspiele 2022 mit einem Nein-Anteil von knapp 53 Prozent.

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