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Greenpeace warnt vor Risiken im Umfeld der Atomruine Fukushima

Ein Mädchen aus dem Dorf Iitate im Norden Japans wird auf radioaktive Verstrahlung getestet.(Archivbild)

KEYSTONE/AP Yomiuri Shimbun/TAKUMI HARADA

(sda-ats)

Sieben Jahre nach dem Atomunfall in Fukushima gibt es aus Sicht der Regierung für zurückkehrende Bewohner keinen Grund zur Angst vor Strahlung mehr. Umweltschützer dagegen sehen das anders.

Nach dem Atomunfall in Fukushima hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace die früheren Anwohner wegen weiter teils hoher Strahlenbelastung vor einer Rückkehr gewarnt. In den umliegenden Gemeinden Iitate und Namie habe man stellenweise eine Radioaktivität gemessen, die bis zum Hundertfachen über den international für die Bevölkerung geltenden Grenzwerten liege, heisst es in einer am Donnerstag veröffentlichen Untersuchung von Greenpeace Japan.

Die hohe Radioaktivität in diesen Gebieten stelle mindestens bis in die 2050er Jahre und sogar teils ins nächste Jahrhundert hinein ein "signifikantes Risiko" für die Rückkehr in Sicherheit gebrachter Anwohner dar. Im März 2011 war es in Folge eines schweren Erdbebens und Tsunamis zum Gau im Atomkraftwerk Fukushima gekommen.

Hunderttausende Menschen in der Region mussten damals wegen der austretenden Strahlung ihre Häuser verlassen. Die Regierung liess die Gegend in den vergangenen Jahren weitflächig dekontaminieren. Dennoch ist der Zugang in einigen Orten noch heute beschränkt.

Ein Bruchteil der Geflohenen kehrten zurück

Für Iitate und Teile Namies hob die Regierung die Evakuierungsanweisungen vor einem Jahr auf. Doch lediglich drei Prozent der einstigen Bewohner von Namie sowie nur neun Prozent der aus Iitae Geflohenen kehrten zurück. Kritiker werfen der Regierung vor, die Menschen durch Einstellung finanzieller Hilfen zur Rückkehr zu zwingen.

Die Regierung wolle mit Blick auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio der Welt Normalität vorgaukeln, beklagen Kritiker. Die Auftaktspiele für Baseball werden in der Provinz Fukushima stattfinden. "Es ist eine Gelegenheit, der Welt zu zeigen, wie die Menschen die Katastrophe hinter sich gelassen haben", sagte kürzlich Maki Kobayashi, Exekutivdirektorin des Olympia-Organisationskomitees. Angst vor Strahlung wies sie zurück. Es gebe keinen Grund zur Sorge.

Nach Einschätzung von Greenpeace ist das staatliche Dekontaminierungsprogramm jedoch ineffektiv, das zeigten die eigenen Messungen. Hinzu komme, dass die Region zu 70 bis 80 Prozent aus bewaldeten Bergen bestehe, die gar nicht dekontaminiert werden könnten. Ein Vertreter der Regierung wies die Behauptung zurück und erklärte, die Dekontaminierungsarbeiten seien sehr wohl effektiv gewesen.

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