Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Der schwarz-gelbe Feuersalamander ist in Deutschland in Gefahr (Archiv)

KEYSTONE/EPA/MICHAEL REICHEL

(sda-ats)

Die Lage für den bedrohten Feuersalamander in Deutschland ist nach Einschätzung von Fachleuten ernst geworden: Wissenschafter haben den bundesweit zweiten Infektionsherd für den tödlichen Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) nachgewiesen.

Der zweite Herd fand sich in Essen im Ruhrgebiet. Bis dahin war der Pilz in Deutschland nur in der nordrhein-westfälischen Eifel nachgewiesen worden - also in über 100 Kilometer Entfernung.

"Das ist ein Fall, der nichts mit der Eifel zu tun hat. Das ist eine sprunghafte Ausbreitung, die im ganzen Bundesgebiet vorkommen kann", sagte Sebastian Steinfartz vom Zoologischen Institut der TU Braunschweig.

Möglicherweise sei der Feuersalamander an vielen Stellen schon ausgestorben, ohne dass es jemand bemerkt habe. Das Ausmass der Infektionswelle sei überhaupt nicht abzusehen. "Wir müssen jetzt handeln", sagte Steinfartz. Der hochansteckende Hautpilz verursacht Löcher und Geschwulste und kann Salamander innerhalb weniger Tage töten.

Schweizer Einfuhrverbot

In den Niederlanden hat der Pilz den Feuersalamander fast ausgerottet, in Belgien ist die Population völlig eingebrochen. In der Schweiz war der Pilz nicht nachgewiesen worden, wie Experten der Universität Zürich im vergangenen April mitgeteilt hatten. Vorbeugend hat die Schweiz 2015 den Import von Salamandern und Molchen verboten.

Der wahrscheinlich aus Asien eingeschleppte "Salamanderfresser" war 2015 in Deutschland zum ersten Mal an einem freilebenden Tier in der Eifel nachgewiesen worden. Experten befürchten, dass der Pilz den Feuersalamander auch in Deutschland rasend schnell auslöschen könnte.

Deutschland ist der Verbreitungsschwerpunkt des Feuersalamanders in der Europäischen Union (EU) und hat eine besondere Verantwortung für die Art.

Die Erfassung der nachtaktiven Tiere in der Abgeschiedenheit ist sehr schwierig. Experten hatten deshalb nach ersten Funden in der Eifel Naturfreunde und Wanderer aufgefordert, auffällige Tiere zu melden. Der Hinweis auf den Infektionsherd in Essen kam nun auch von einer aufmerksamen Frau, die ein krankes Tier mit Auffälligkeiten an der Haut mit nach Hause genommen hatte.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

SDA-ATS