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Die in Russland inhaftierten Greenpeace-Aktivisten erhalten Rückhalt aus der ganzen Welt. Eine Million Menschen haben bislang eine Petition für ihre Freilassung unterschrieben. Die 28 Umweltaktivisten und zwei Journalisten werden in Russland der Piraterie beschuldigt.

Für die Freilassung der Frauen und Männer aus 18 Ländern machen sich auch mehr als 60 international tätige NGOs stark, darunter Human Rights Watch, WWF international und Reporter ohne Grenzen. Amnesty International hat die russischen Behörden aufgefordert, die "absurde und schädliche" Anklage fallen zu lassen, wie Verena Mühlberger, Co-Geschäftsführerin Greenpeace Schweiz, am Freitag vor den Medien in Zürich sagte.

"Wir sind bestürzt über den Entscheid der russischen Staatsanwaltschaft", sagte Mühlberger. Die Aktivisten hätten nichts anderes getan, als sich "absolut friedlich" für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen einzusetzen. "Die Protestaktion war verhältnismässig, unverhältnismässig ist die Anklage", sagte sie.

Unverständlich sei auch die Anklage gegen die beiden freien Journalisten, die sich an Bord des Greenpeace Schiffes "Arctic Sunrise" befanden, um die Aktion zu beobachten, einer von ihnen stammt aus Russland, einer aus Grossbritannien.

Schweizer Aktivist kannte Risiko

Die Greenpeace-Aktivisten hatten am 18. September naher einer Ölplattform des russischen Energieriesen Gazprom in der Barentssee gegen Gas- und Ölförderung in der Arktis protestiert. Zwei Umweltschützer versuchten auf die Plattform zu gelangen, um ein Transparent anzubringen - unter ihnen auch ein 28-jähriger Schweizer.

Dessen Vater hat sich am Freitag hinter das Engagement seines Sohnes gestellt. Es gehe um eine grosse Sache, nämlich um den Erhalt der Lebensgrundlagen, und es brauche Menschen, die sich uneigennützig opfern, sagte er vor den Medien. Sein Sohn habe ein "grosses Kämpferherz und Mut" und er sei sich des Risikos bewusst gewesen, das er eingegangen sei.

Der 28-jährige selbstständige Zimmermann aus dem Kanton Zürich engagiert sich seit rund vier Jahren bei Greenpeace und hat bereits Erfahrung bei anderen Aktionen gesammelt. "Es ist schwer auszuhalten, in welcher Situation er jetzt ist", sagte der Vater. Kontakt zu seinem Sohn hat er keinen. Er habe zwar einmal eine E-Mail geschrieben, wisse jedoch nicht, ob diese angekommen sei.

Die 30 Angeklagten seien in verschiedenen Gefängnissen untergebracht, sagte Greenpeace-Kampagnenleiter Christian Engeli. Alle hätten einen Anwalt, der direkt mit den Inhaftierten sprechen könne.

Konsularisch sei auch die Schweiz vertreten und setze sich ein, sagte Engeli. Den Betroffenen gehe es "einigermassen gut", sie seien auch mit warmer Kleidung versorgt worden.

Greenpeace fordert internationale Schutzzone

Greenpeace setze sich dafür ein, die 30 Aktivistinnen und Aktivisten so schnell wie möglich herauszuholen sowie für ein faires Verfahren, sagte Mühlberger. Es gelte den richtigen Weg zu finden, damit die Betroffenen nicht zu Opfern würden, an denen ein Exempel statuiert werde. "Wir klagen nicht gegen die russische Regierung", sagte Engeli. Es gehe nicht um Greenpeace gegen Russland sondern um den Schutz der Arktis.

Ausser Gazprom planten auch andere Konzerne wie Shell oder Statoil Ölbohrungen in der Arktis, sagte Nadine Berthel von der Arktis-Kampagne von Greenpeace Schweiz.

Um das sensible Ökosystem vor der Zerstörung zu schützen, will Greenpeace die Ölbohrungen aller Konzerne in der Arktis stoppen und fordert die Errichtung einer internationalen Schutzzone.

SDA-ATS