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Angesichts von Finanzkrise und Rezession haben die Wall-Street-Banken ihren Händlern vermehrt Aktien mit Haltefristen als Bonus zugeteilt statt grosse Bargeldbeträge auszuzahlen. Viele Fristen laufen Ende 2014 aus - für die Banker dürfte sich das Warten gelohnt haben.

Bei den Bankern war die Empörung gross, als die Investmentbanken von den Boni-Zahlungen abrückten, doch nach einem am Montag veröffentlichten Bericht des Fachblatts "Crain's New York Business" hat sich die Wartezeit gelohnt.

In den nächsten Wochen laufen laut dem Blatt viele Haltefristen für aufgeschobene Boni aus, seit den Krisen-Tiefständen sind die Aktienkurse kräftig gestiegen. Die Sondervergütungen fallen also viel höher aus, als wären sie seinerzeit direkt ausgezahlt worden.

"Die Aktien-Prämien der Krisen-Ära haben sich in Gold verwandelt", sagte Alan Johnson von der Beratungsfirma Johnson Associates "Crain's". Was als Mässigung gedacht war, sorgt bei den Bankern nun für umso grösseren Profit.

75 Prozent mit Haltefrist

Das war nicht so geplant: Die Banken wollten mit der veränderten Boni-Strategie in der Krise ihre Cash-Reserven beisammenhalten und sich gegen eine weitere Zuspitzung der Krise schützen. Mit einem weiteren Sinken ihrer Aktienwerte wären auch die Boni ihrer Angestellten zusammengeschmolzen.

Zum Vergleich: Vor der Krise wurden laut "Crain's" 25 Prozent der Boni an der Wall Street mit Haltefrist versehen, heute 75 Prozent.

Bei den Bankern kam dieser neue Kurs zunächst überhaupt nicht gut an. "Die Leute schrien Zeter und Mordio", erinnert sich Experte Johnson. "Sie haben gerufen: 'bezahlt mich jetzt!'"

Kursplus von 40 Prozent

Das dürften die sie nun aber anders sehen. Bei der führenden US-Investmentbank Goldman Sachs beispielsweise wurden dem Artikel nach 2009 Aktienboni im Wert von 3,6 Mrd. Dollar ausgereicht, die ab Januar verkauft werden dürfen. Über die Dauer der Haltefrist hinweg beträgt das Kursplus 40 Prozent.

Bei Citigroup, Bank of America oder Morgan Stanley sieht es ähnlich aus. Doch auch trotz der aufgeschobenen Vergütungen, die nun fällig werden, sind insgesamt keine grossen Sprünge bei der diesjährigen Bonusrunde zu erwarten.

Laut einer Studie von Johnson Associates müssen sich Aktien- und Anleihenhändler sogar auf ein Minus von bis zu zehn Prozent zum Vorjahr einstellen. Nur Fusionsberater und Private-Equity-Spezialisten können grosse Zuwächse erwarten.

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SDA-ATS