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Der Machtwechsel beim FC Basel ist beschlossen. Die Klubmitglieder stimmen dem Verkauf der Aktienmehrheit an der FC Basel Holding AG an Bernhard Burgener an der ausserordentlichen Versammlung zu.

Von den 2389 anwesenden FCB-Mitgliedern sprachen sich nur 229 gegen den bevorstehenden Verkauf aus. Der 59-jährige Medienunternehmer und Multimillionär Burgener wird damit an der FCB-Generalversammlung am 9. Juni den Anteil von 90,6 Prozent an der FCB-Holding übernehmen, den der bisherige Verwaltungsrat um Bernhard Heusler und Georg Heitz unter sich aufgeteilt hatten. Die Aktionäre der Holding halten 75 Prozent an der ausgelagerten, für den Profibetrieb zuständigen FC Basel 1893 AG. Als Besitzer der Holding wird Burgener die Macht über den FCB haben. Mit einer Opposition ist am 9. Juni nicht zu rechnen.

Überraschungen blieben an der ausserordentlichen Mitgliederversammlung in der St. Jakobshalle aus. Mit der Vorstellung seines Konzepts fand Burgener Anklang. Er will die Dinge im Klub nicht auf den Kopf stellen, das regionale Element aber stärken. Sechs bis acht Spieler aus dem eigenen Nachwuchs wolle er künftig im Fanionteam haben, sagte Burgener.

Die Zielsetzung bleibe unter ihm die gleiche: Der FCB soll Meister werden, den Cup gewinnen, sich für die Champions League qualifizieren und europäisch überwintern. Burgener rechnet mit etwas weniger Erlös gegenüber den besten Jahren, dafür mit einer stärkeren Identifikation im Verein, indem man wieder vermehrt auf eigene Junioren setzt. Es dürften die Lehren aus der aktuellen Saison sein, in welcher der FCB die Super League wiederum dominiert, das Publikum aber heimisches Schaffen auf dem Platz sowie bisweilen Spannung und Spektakel vermissten.

Für die Schlüsselpositionen im Profibereich sieht Burgener wie kolportiert die ehemaligen FCB-Spieler Marco Streller als Sportchef, Massimo Ceccaroni als Nachwuchsverantwortlichen und Alex Frei als Strategen vor. Marketingchef Martin Blaser soll den Verwaltungsrat komplettieren, Ruedi Zbinden Chefscout bleiben. Selbst will Burgener in beiden Verwaltungsräten vertreten sein. Im Profibereich möchte er einen CEO einsetzen. Details dazu gab er noch keine bekannt.

Keine Angaben zum Kaufpreis

Über den Kaufpreis schwiegen sich die Parteien aus. "Das ist Privatsache zwischen Privatpersonen", sagte der scheidende Klub-Präsident Heusler. Es sei keine Summe, welche die Leute für absolut unanständig hielten. Gemäss Informationen des "Blick" bezahlt Burgener zehn bis zwölf Millionen Franken für das Paket.

Neu will der Klub Dividenden ausschütten. 50 Prozent des allfälligen Gewinns soll an die Teilhaber ausgezahlt werden - drei Viertel an die Aktionäre der Holding AG, der andere an den Verein. Sollte Burgener seine Anteile einst verkaufen wollen, ginge dies wiederum nur nach Konsultation der Vereinsmitglieder.

Der bevorstehende Machtwechsel beim FCB ist seit Mitte Februar bekannt. Anders als in einer gewöhnlichen Aktiengesellschaft haben die Mitglieder der ausgelagerten FC Basel 1893 AG seit 2016 die Entscheidungsgewalt über einen möglichen Verkauf der Holding-Anteile. Dem Verkauf erteilten sie mit ihrer Zustimmung nun grünes Licht. Die Schlüsselpositionen in der FC Basel 1893 AG werden erst an der Generalversammlung am 9. Juni definitiv besetzt.

FCB-Fan und knallharter Geschäftsmann

Bei seiner Vorstellung bemühte sich Burgener um Transparenz. Er stellte sich zunächst eingehend vor: als Basler, der seit klein auf Fan des FCB ist und dem der Klub am Herzen liegt. Und als einer, der sich nicht ins Rampenlicht drängt. "Ich habe immer die Marke in den Vordergrund gestellt, nicht mich." So wolle er das auch beim FCB handhaben.

In der Wirtschaftswelt hat Burgener derweil nicht nur Freunde. Auf seinem Weg zum Multimillionär schuf er sich auch Gegner. Als Besitzer einer Videothekenkette wurde er zum Millionär, heute ist er unter anderem im Filmbusiness (Constantin Film) tätig und an der Vermarktung der Champions League beteiligt. Aktuell streitet er vor mehreren Gerichten in Deutschland und in der Schweiz um die Stimmrechte von Constantin-Medien, von denen er rund einen Drittel kontrolliert.

Der beim FCB abtretende Bernhard Heusler hatte 2012 die Nachfolge von Gigi Oeri an der Spitze des Klubs angetreten und dabei die 89,2 Prozent der Holding-Aktien seiner Vorgängerin übernommen. Ende 2015 reichte er 45 Prozent, also etwas mehr als die Hälfte, seiner Anteile weiter, mitunter gingen 25 Prozent an Sportdirektor Georg Heitz über. Unter Heuslers Führung wurde der FCB stets Meister. Auch finanziell sind die Basler der nationalen Konkurrenz noch weiter entrückt. Er wolle den richtigen Zeitpunkt für seinen Absprung nicht verpasst haben, sagte Heusler bei der Bekanntgabe.

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SDA-ATS