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Gegen den ehemaligen Präsidenten Ecuadors, Rafael Correa, ist in seinem Heimatland ein internationaler Haftbefehl erlassen worden - nun muss Belgien das Gesuch prüfen. (Archivbild)

KEYSTONE/AP/DOLORES OCHOA

(sda-ats)

Die ecuadorianische Justiz hat einen Haftbefehl gegen den ehemaligen Staatschef Rafael Correa erlassen. Richterin Daniella Camacho entsprach damit am Dienstag (Ortszeit) dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Damit darf der Ex-Präsident (2007-2017) wegen mutmasslicher Beteiligung an der Entführung eines ehemaligen Abgeordneten verhaftet werden, wie die Generalanwaltschaft des Landes über Twitter mitteilte. Die Justiz werde eine internationale Fahndung über Interpol beantragen, um Correa an seinem aktuellen Wohnsitz in Brüssel festzunehmen.

"Solch eine Ungeheuerlichkeit wird niemals in einem Rechtsstaat wie Belgien Erfolg haben", schrieb Correa wiederum auf seinem Twitter-Account. Correas Rechtsanwalt bezeichnete den Haftbefehl als "politische Verfolgung".

Der linke Ex-Präsident ist mit seinem Nachfolger Lenin Moreno verfeindet, obwohl Moreno einst in Correas Regierung dessen Vizepräsident war.

Correa hatte es am Montag versäumt, bei dem Gericht in Quito vorstellig zu werden, wie es die Richterin angeordnet hatte. Er sei im Konsulat Ecuadors in Brüssel erschienen, um der einstweiligen Verfügung der Justiz zu folgen, erklärte Correa über Twitter. Die Richterin hatte diese Verfahrensweise jedoch abgelehnt.

Hintergrund ist die Entführung des ecuadorianischen Politikers Fernando Balda 2012 in Kolumbien. Balda hatte die damalige Regierung Correas der Korruption bezichtigt. Er wurde nach wenigen Stunden von der kolumbianischen Polizei befreit. Ermittler deckten die Verwicklung ecuadorianischer Geheimagenten in die Planung der Entführung auf. Correa stritt eine Beteiligung an dem Verbrechen stets ab.

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SDA-ATS