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Der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz legt Blumen nieder am Tatort des palästinensischen Messer-Angreifers im Stadtteil Barmbek.

KEYSTONE/EPA/MARIUS ROEER

(sda-ats)

Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl gegen den Messerangreifer von Hamburg erlassen. Der Verdächtige sitze nun in Untersuchungshaft, sagte die Hamburger Oberstaatsanwältin Nana Frombach am Samstagabend. Das Motiv des Palästinensers bleibt unklar.

Zur Sache habe er sich noch nicht geäussert, Aufschluss über das genaue Motiv gebe es deshalb noch nicht, sagte die Oberstaatsanwältin. Der Mann war den Sicherheitsbehörden als Islamist bekannt; es gab Anzeichen für eine Radikalisierung. Bei dem Angriff am Freitag wurde ein Mann getötet, mehrere Menschen wurden teils schwer verletzt.

"Wir gehen im Moment von einem psychisch labilen Einzeltäter aus", sagte Hamburgs Innensenator Andy Grote am Samstag an einer gemeinsamen Medienkonferenz mit Polizei und Staatsanwaltschaft. Es gebe aber auch eine Bezugnahme auf religiöse, islamistische Beweggründe, daher gebe es eine "Gemengelage", bei der noch nicht klar sei, was den 26-Jährigen zu seiner Tat bewogen habe.

Möglicherweise spontane Tat

Nach Polizeiangaben ging der mutmassliche Täter am Freitagnachmittag im Hamburger Stadtteil Barmbek in einen Supermarkt und kehrte nach Verlassen der Filiale wenig später dorthin zurück. Er habe dann ein Küchenmesser aus einem Regal gezogen und in dem Markt drei Menschen schwer verletzt. Ein 50-jähriger Mann sei später gestorben, sagte Kathrin Hennings vom Landeskriminalamt.

In der nahen Umgebung des Markts verletzte er vier weitere Menschen. Der Mann wurde von Passanten verfolgt, unter anderem mit Stühlen attackiert und schliesslich mit Hilfe der Polizei überwältigt.

Den Ermittlern zufolge gibt es keine Hinweise auf Hintermänner oder ein Unterstützer-Netzwerk. Der Mann handelte möglicherweise spontan.

Die bei der Messerattacke verletzten Menschen sind nach den Worten von Grote ausser Lebensgefahr. Der Innensenator sprach von einer "erbärmlichen, verachtenswerten Tat" eines Menschen, der offensichtlich als Schutzsuchender nach Deutschland gekommen sei. Der Angriff habe die Opfer wie aus dem Nichts getroffen. "Es hätte jeden von uns genauso treffen können", sagte Grote.

Den Behörden bekannt

Der Angreifer sei ausreisepflichtig gewesen und habe sich im Ausreiseverfahren befunden, sagte Grote. Er sei den Behörden als Islamist bekannt gewesen, nicht aber als Dschihadist. Man sei nicht zu der "Einschätzung einer unmittelbaren Gefährlichkeit" gelangt.

Der Mann ist offenbar auch weder in Deutschland noch im Ausland vorbestraft, wie Fröhlich sagte. Ein Diebstahlverfahren gegen ihn wurde den Angaben zufolge wegen Geringfügigkeit eingestellt.

Der Palästinenser habe gegen seinen negativen Asylbescheid keine Rechtsmittel eingelegt und auch bei der Organisation von Passersatzpapieren mitgewirkt, berichtete Grote. Der 26-Jährige sei willens gewesen auszureisen.

Noch am Freitag habe er sich bei der Ausländerbehörde erkundigt, ob seine Passersatzpapiere eingetroffen seien. Polizeipräsident Ralf Meyer sagte, der Mann sei in dieser Hinsicht eine "fast vorbildhafte Person" gewesen.

Seit zwei Jahren in Deutschland

Der Hamburger Innenstaatsrat Bernd Krösser erklärte, der Angreifer sei 2015 nach Deutschland eingereist. Zuvor sei er in Norwegen, Schweden und Spanien gewesen. Über Norwegen sei er im März 2015 nach Deutschland gekommen, zunächst nach Dortmund.

Von dort aus sei er im klassischen Asylverteilungsverfahren nach Hamburg weitergeleitet worden. Hier habe er schliesslich im Mai 2015 einen Asylantrag gestellt.

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SDA-ATS