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Lewis Hamilton gewinnt den GP von Kanada bereits zum sechsten Mal und verringert den WM-Rückstand auf Sebastian Vettel um 13 Zähler. Zu einem direkten Duell der beiden auf der Strecke kommt es nicht.

Was war nicht alles diskutiert und geschrieben worden im Zusammenhang mit Mercedes und Hamilton nach dem verkorksten Rennen vor zwei Wochen in Monaco. Die Silberpfeile sahen sich im Zweikampf gegen Ferrari nach dem Verpassen der Podestränge an der Côte d'Azur im Hintertreffen. Im Saisonverlauf hat sich bei Mercedes vor allem die Reifen-Thematik als Problem erwiesen.

Vor dem Rennen in Montreal seien deshalb viele Daten analysiert und eine gross angelegte Problemsuche initiiert worden, erläuterte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Nun, nach den 70 zu absolvierenden Runden auf dem Circuit Gilles-Villeneuve und einen Doppelsieg später, leuchtet der Mercedes-Stern bereits wieder deutlich heller. Zu einem wirklichen Duell mit Ferrari kam es auf der Île Notre-Dame allerdings nicht. Dies, weil der am Ende immerhin im 4. Rang klassierte Sebastian Vettel einen Tag erlebte, an dem für ihn so manches schief lief.

Ungefährdet zum 56. Sieg

In der mit Spannung erwarteten Startphase, während der aufgrund eines Crashs von Felipe Massa und Carlos Sainz der Safety-Car bereits nach wenigen Sekunden hatte ausrücken müssen, behielt Hamilton im Duell mit Vettel deutlich die Oberhand; in der Folge fuhr der Engländer ungefährdet einem Start-/Ziel-Sieg vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas und Daniel Ricciardo (Red Bull-Renault) entgegen.

Derweil Hamilton die Spitze mühelos behauptete, fiel Vettel beim Start vom 2. in den 4. Rang zurück. Und als ob dies für den Deutschen nicht bereits des Schlechten genug war, wurde am Ferrari des WM-Leaders auch noch der Frontflügel beschädigt. Schon nach einem Zehntel der Renndistanz wurde für Vettel dergestalt ein ungeplanter Boxenstopp nötig, wodurch er sich zwischenzeitlich am Ende des Fahrerfeldes wiederfand.

Fast immer, wenn Hamilton in Montreal rennmässig unterwegs ist, ist dies für den Engländer mit Glücksgefühlen verbunden. Vor zehn Jahren errang er hier seinen ersten von nunmehr 56 GP-Siegen. An diesem Wochenende eroberte er in Kanada zum sechsten Mal den besten Startplatz und den Rennsieg. Weil er mit nun 65 Pole-Positions mit Ayrton Senna gleichzog, bekam er am Samstag einen Helm seines Idols überreicht und war dabei sichtlich gerührt.

Hamilton konnte die Heimreise jedoch nicht nur mit diesem besonderen Geschenk im Gepäck antreten, sondern auch mit der Gewissheit, im WM-Duell mit Vettel einen wichtigen Sieg errungen zu haben.

Keine Punkte für Sauber

Das Team Sauber erlebte in Kanada ein weiteres ernüchterndes Wochenende. Die Hinwiler Equipe kam in den drei freien Trainings und im Qualifying nie über den 17. Rang hinaus. Immerhin lief es im Rennen für Marcus Ericsson etwas besser. Ernsthaft in den Kampf um WM-Punkte eingreifen konnte der im 13. Rang klassierte Schwede gleichwohl nicht.

Pascal Wehrlein hatte das Rennen als Letzter in Angriff nehmen müssen. Nach seinem Crash im Qualifying musste am Sauber-Auto mit der Nummer 94 das Getriebe gewechselt werden. Im Grand Prix fuhr der Deutsche der Konkurrenz hinterher und kam nicht über den 15. Rang hinaus. Fünf Fahrer kamen nicht ins Ziel.

Ausgerechnet in seinem Heimrennen fuhr der kanadische Lokalmatador Lance Stroll, der zuletzt viel Kritik hatte einstecken müssen, die ersten WM-Punkte seiner Karriere ein. Der 18-Jährige wurde im Williams-Mercedes Neunter.

Resultate:

Montreal. Grand Prix von Kanada (70 Runden à 4,361 km/305,270 km): 1. Lewis Hamilton (GBR), Mercedes, 1:33:05,153 (196,766 km/h). 2. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, 19,783 zurück. 3. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull-Renault, 35,297. 4. Sebastian Vettel (GER), Ferrari, 35,907. 5. Sergio Perez (MEX), Force India-Mercedes, 40,476. 6. Esteban Ocon (FRA), Force India-Mercedes, 40,716. 7. Kimi Räikkönen (FIN), Ferrari, 58,632. 8. Nico Hülkenberg (GER), Renault, 60,374. 9. eine Runde zurück: Lance Stroll (CAN), Williams-Mercedes. 10. Romain Grosjean (FRA/SUI), Haas-Ferrari. 11. Jolyon Palmer (GBR), Renault. 12. Kevin Magnussen (DEN), Haas-Ferrari. 13. Marcus Ericsson (SWE), Sauber-Ferrari. 14. Stoffel Vandoorne (BEL), McLaren-Honda. 15. Pascal Wehrlein (GER), Sauber-Ferrari. 16. drei Runden zurück: Fernando Alonso (ESP), McLaren-Honda (nicht am Ziel). - 20 Fahrer gestartet, 16 klassiert, 15 am Ziel. - Schnellste Runde: Hamilton (64.) mit 1:14,551 (210,588 km/h).

Ausfälle. Sainz (1. Runde/Startplatz 13): Unfall. Massa (1./7): Unfall. Verstappen (11./2. Platz): Batterie. Kwjat (54./17.): Vibrationen/klemmendes Hinterrad. Alonso (68./10.): Motor.

Startaufstellung: 1 Hamilton 1:11,459 (219,700 km/h). 2 Vettel 0,330 zurück. 3 Bottas 0,718. 4 Räikkönen 0,793. 5 Verstappen 0,944. 6 Ricciardo 1,098. 7 Massa 1,399. 8 Perez 1,559. 9 Ocon 1,676. 10 Hülkenberg 1,812. - Nach dem zweiten Teil des Qualifyings ausgeschieden: 11 Kwjat. 12 Alonso. 13 Sainz. 14 Grosjean. 15 Palmer. - Nach dem ersten Teil des Qualifyings ausgeschieden: 16 Vandoorne. 17 Stroll. 18 Magnussen. 19 Ericsson. 20 Wehrlein. - 20 Fahrer im Training. - Tagesbestzeit: Hamilton im dritten Teil.

WM-Stand (7/20). Fahrer: 1. Vettel 141. 2. Hamilton 129. 3. Bottas 93. 4. Räikkönen 73. 5. Ricciardo 67. 6. Verstappen 45. 7. Perez 44. 8. Ocon 27. 9. Sainz 25. 10. Massa 20. 11. Hülkenberg 18. 12. Grosjean 10. 13. Magnussen 5. 14. Wehrlein 4. 15. Kwjat 4. 16. Stroll 2. - Teams: 1. Mercedes 222. 2. Ferrari 214. 3. Red Bull-Renault 112. 4. Force India-Mercedes 71. 5. Toro Rosso-Renault 29. 6. Williams-Mercedes 22. 7. Renault 18. 8. Haas-Ferrari 15. 9. Sauber-Ferrari 4. 10. McLaren-Honda 0.

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SDA-ATS