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Oberriet SG - Der deutsche Unternehmer Hans Raab züchtet wieder Melander-Fische im st. gallischen Oberriet. Er will auch an der umstrittenen Schlachtmethode festhalten, die ihm der Kanton verboten hatte. Damit flammt ein alter Konflikt wieder auf.
Er habe es nicht über Herz gebracht, sein zweites Lebenswerk aufzugeben, sagte der 70-jährige Raab am Mittwoch in der Sendung "Schweiz Aktuell" des Schweizer Fernsehens. Die Fischzuchtanlage in Oberriet ist seit sechs Wochen wieder im Betrieb. In den Bruttanks sollen sich bereits 600'000 Jungfische tummeln.
In rund acht Monaten will Raab die sogenannten Melander (Welse) wieder mit seiner umstrittenen Methode schlachten lassen: Dabei werden die Fische zuerst in einer mit Eis gefüllten Trommel gekühlt und entschleimt. Danach werden sie getötet, indem ihnen maschinell der Kopf abgetrennt wird.
TierschutzwidrigFür die St. Galler Behörden verstösst dies gegen die Schweizer Tierschutzverordnung. Kantonstierarzt Thomas Giger zeigte sich gegenüber "Schweiz Aktuell" überrascht von der Wiedereröffnung der Fischfabrik in Oberriet.
Laut Giger müssen die Fische vor der Tötung zuerst mit einem Stromschlag betäubt werden. Raab hingegen will davon nichts wissen. Er äusserte die Hoffnung, dass der Bund seine Schlachtmethode bewillige.
Um die Melander-Zucht in Oberriet war 2009 ein monatelanger Streit entbrannt. Der Kanton untersagte Raab seine Schlachtmethode. Der Unternehmer fuhr darauf die Produktion herunter und schloss die Fischfabrik im Februar 2010 ganz.
Raab kündigte damals eine Schadenersatzklage über 104 Millionen Franken gegen den Kanton St. Gallen an. Diese Klage soll er inzwischen zurückgezogen haben.

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SDA-ATS