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Knapp fünfeinhalb Jahre nach dem tödlichen Anschlag auf Ex-Premierministerin Benazir Bhutto in Pakistan ist der Hauptermittler in dem Mordfall erschossen worden. Unbekannte eröffneten am Freitag von einem Motorrad aus das Feuer auf Chaudhry Zulfiqars Auto nahe dessen Haus in Islamabad.

Zulfiqars Leibwächter sei verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Eine Passantin sei gestorben, als Zulfiqar die Kontrolle über seinen Wagen verlor und die Frau überfuhr.

Der Arzt Wasim Khwaja vom Pakistanischen Institut der Medizinischen Wissenschaften sagte, Zulfiqar sei bei dem Anschlag von mehr als einem Dutzend Kugeln getroffen worden. Im Institut wurde die Leiche obduziert.

Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari - der Bhuttos Witwer ist - verurteilte den Mord an Zulfiqar. In einer Mitteilung forderte Zardari die Behörden auf, die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen.

Der Staatsanwalt vertrat das pakistanische Kriminalamt in dem Fall, in dem auch gegen den damaligen Militärmachthaber Pervez Musharraf ermittelt wird. Zulfiqar sollte am Tag seiner Ermordung an dem Verfahren zum Bhutto-Mord teilnehmen.

Auf dem Weg zum Gericht

Er war auf dem Weg zum Anti-Terror-Gericht in der nahe gelegenen Garnisonsstadt Rawalpindi, als er erschossen wurde. Der private Sender Geo TV berichtete, die Anhörung sei auf den 14. Mai vertagt worden. Anwälte in Rawalpindi legten aus Protest wegen des Mords die Arbeit nieder.

Musharraf wird vorgeworfen, trotz der Bedrohungslage nicht für ausreichenden Schutz für Bhutto gesorgt zu haben. Er steht unter anderem deshalb mindestens bis zum 14. Mai unter Hausarrest.

Musharraf hatte die pakistanischen Taliban für den Mord an Bhutto verantwortlich gemacht, die das aber dementiert hatten. Zulfiqar hatte vor wenigen Tagen gesagt, Ermittler hätten "Indizienbeweise" dafür, dass die Vorwürfe gegen Musharraf zuträfen.

Musharraf war im März aus dem selbsterwählten Exil zurückgekehrt, um an der Parlamentswahl am 11. Mai teilzunehmen. Die Kandidatur wurde Musharraf jedoch von mehreren Gerichten untersagt. Zuletzt verfügte ein Gericht in Peshawar am vergangenen Dienstag ein lebenslanges Politikverbot für den Ex-Präsidenten.

Bhutto war Ende 2007 im Wahlkampf zur damals bevorstehenden Parlamentswahl bei einem Anschlag getötet worden. Wenige Wochen zuvor hatte sie einen Selbstmordanschlag in Karachi unverletzt überlebt.

Zulfiqar war als Staatsanwalt auch an den Ermittlungen zur Terrorserie im westindischen Mumbai Ende 2008 beteiligt. Indien vermutet die Drahtzieher in Pakistan. Die Ermittlungen auf der pakistanischen Seite haben aber kaum Fortschritte gemacht.

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SDA-ATS