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Im Machtkampf in der Elfenbeinküste haben die Truppen des langjährigen Staatschefs Laurent Gbagbo das Hauptquartier des Rivalen Alassane Ouattara in Abidjan angegriffen. Nach Angaben der UNO-Mission in der Elfenbeinküste (UNOCI) griffen Blauhelme am Samstag in die Kämpfe ein.

Das Golf Hotel werde mit Mörsern beschossen, erklärte UNOCI-Sprecher Hamadoun Touré. Gemäss ihres Mandats hätten die UNO-Soldaten das Feuer erwidert. Demnach begann der Angriff am frühen Abend gegen 17 Uhr und dauerte etwa eine Stunde. Bereits während des Tages hatten Gbagbo-Truppen wieder an Boden gewonnen.

Die Truppen Gbagbos verfügten weiter über "zahlreiche Panzer und schwere Waffen", sagte der Chef der UNO-Friedensmissionen Alain Le Roy. Die Kampfpause vom vergangenen Dienstag sei offenkundig nur ein Ablenkungsmanöver gewesen, "um ihre Position zu verstärken".

Der französische Generalstab in Paris teilte mit, in der Nacht zum Samstag sei es bei der Evakuierung einer Botschaft zu Kämpfen mit den Truppen Gbagbos gekommen. Soldaten der französischen "Licorne"-Truppen (Einhorn) seien angegriffen worden, daraufhin hätten Helikopter ein gepanzertes Fahrzeug zerstört.

Zuvor war nach französischen Angaben die Residenz des französischen Botschafters in Abidjan zum zweiten Mal innerhalb von 48 Stunden durch Gbagbo-Getreue beschossen worden.

Gbagbo wird nach Informationen des französischen Radiosenders Europe 1 von angolanischen Elite-Soldaten unterstützt. Diese gut ausgebildeten Kommando-Einheiten hätten es den Gbagbo-Soldaten ermöglicht, wieder Teile von Abidjan zu erobern.

Einwohner flüchten

"Der Morgen ist ruhig, aber womöglich beginnen am Nachmittag die Kämpfe wieder", sagte ein Einwohner des Vororts Cocody am Samstag. In Cocody befindet sich die Residenz Gbagbos, in der sich der langjährige Machthaber mit mehreren hundert Anhängern verschanzt hat. Zudem kontrollierten seine Truppen weiterhin eine nahegelegene Gendarmerieschule und die Zentrale des Staatsfernsehens. Dieses nahm teilweise seine Sendungen wieder auf.

Ein Augenzeuge im Viertel Plateau berichtete, die Einwohner würden eine Feuerpause nutzen, um in sicherere Viertel zu fliehen. In Plateau befindet sich der Präsidentenpalast, der ebenfalls noch von den Gbagbo-Kräften gehalten wird.

Augenzeugen zufolge werden in der zwischen den verfeindeten Lagern geteilten Metropole die Nahrungsmittel knapp, Strom und Wasser fliessen unregelmässig und bewaffnete Banden machen die Strassen unsicher.

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SDA-ATS