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Helgoländer stimmen mehrheitlich gegen Vergrösserung ihrer Insel

Helgoland hat gegen eine Erweiterung der Hochseeinsel gestimmt. Die Bevölkerung sprach sich am Sonntag in einer Abstimmung mehrheitlich gegen eine Landgewinnungsmassnahme aus, wie die Verwaltung in Helgoland mitteilte.

Demnach stimmten 54,7 Prozent der Wahlberechtigten mit Nein, 45,3 Prozent votierten für die Erweiterung. Die Wahlbeteiligung lag bei 81,4 Prozent, abstimmungsberechtigt waren 1312 Bürgerinnen und Bürger. Bürgermeister Jörg Singer sprach in einer Erklärung von einer "Herzensangelegenheit" der Einwohner, die sich in dem Ergebnis ausdrücke.

Das Nein zur Inselerweiterung bedeute nicht, dass eine "nachhaltige und zukunftsorientierte und zukunftsfähige Entwicklung" unmöglich sei, hiess es in der Erklärung weiter.

Landgewinnung nötig

Es müsse nun geprüft werden, wie eine "andere Form der Landgewinnung realisiert werden kann" und "wie auf der Insel oder der Insel vorgelagert Flächen für Wohn-, Arbeits- und Gewerberäume sowie für zusätzliche touristische Infrastruktur geschaffen werden können". Denn ein "neuer Entwicklungsraum für Helgoland" sei "dringend notwendig".

Seit Jahren verliert Deutschlands einzige Hochseeinsel Einwohner und Touristen und droht in wirtschaftliche Apathie zu verfallen. Eine Landgewinnungsmassnahme gilt als Ausweg aus der Krise.

Bei der Abstimmung am Sonntag ging es um die grosse Lösung: um den Zusammenschluss von Hauptinsel und Düne durch eine mehrere hundert Meter breite Landverbindung. Die sogenannte Düne ist einen Kilometer von der Hauptinsel entfernt. Ein sehr viel begrenzteres Konzept sieht ein Flächengewinnungsprogramm entlang der Küste vor.

EU-Ausland

Hintergrund der Diskussionen um das Jahrhundertprojekt ist die Krise, in der sich Helgoland befindet. Jahrzehntelang lebte die Insel von Ausflüglern, die auf der Insel, die als EU-Ausland gilt, zollfrei einkauften.

Doch das Geschäft mit den aus der Mode gekommenen "Butterfahrten" lahmt, die Zahl der Tagesgäste geht zurück. Weil Helgoland keine andere Einkommensquellen hat, sank über die Jahre auch die Einwohnerzahl.

Die aktuell 1300 Bürger reichen nicht aus, um die Gemeinschaft lebendig und Geschäfte oder Arztpraxen rentabel zu halten. Dafür seien mindestens 1500 Einwohner nötig, befand ein Entwicklungskonzept, das die Gemeinde, das Land Schleswig-Holstein und der Kreis Pinneberg, zu dem die Insel gehört, vorlegten. Aus ihm stammen auch die Landgewinnungsszenarien.

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