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Fussball - Ottmar Hitzfeld verlässt den Schweizer Fussball-Verband nach der WM in Brasilien und setzt seiner über 30-jährigen Trainerkarriere im Sommer ein Ende. Der SFV bedauert den Abgang des Star-Trainers.
Während Monaten kursierten Spekulationen, die sich in den letzten Tagen und nach gesicherter WM-Teilnahme intensivierten. Hitzfeld gewährte niemandem Einblick in seine persönlichen Pläne. Am Tag vor der Veröffentlichung seines Entscheids deutete er seinen Entschluss, den er offenbar schon in Tirana gefällt hatte, allenfalls vage an. "Mir geht es immer um die Entwicklung der Mannschaft. Ob ich den Vertrag nun verlängere oder nicht, spielt überhaupt keine Rolle", erklärte der 64-Jährige am Mittwochmorgen. Er wird der Partnerschaft mit dem SFV nach sechsjährigem Engagement ein Ende setzen - "nach der schwierigsten Entscheidung meiner Trainer-Laufbahn".
Hitzfeld befürchtet nicht, mit seinem angekündigten Rückzug nun die unmittelbare WM-Zukunft der Mannschaft zu gefährden: "Ich gab beim FC Bayern München meinen Rücktritt im Dezember 2007 bekannt und gewann im Mai 2008 die Meisterschaft und den Pokalfinal." Der Lörracher spricht von einem Entscheid der Vernunft - in einem Klima, das absolut problemfrei und gut sei, wie er in Bern betonte.
Der Verband nahm die Botschaft Hitzfelds gefasst zur Kenntnis. "Ottmar Hitzfeld hat diese persönlich so geschildert, dass sie für uns nachvollziehbar ist und nichts anderes übrig bleibt, als sie so zu akzeptieren und zu respektieren", bedauerte der Nationalteam-Delegierte Peter Stadelmann das Nein Hitzfelds zur SFV-Offerte.
Im Juli 2013 wird eine Ära enden, die von Erfolgen geprägt ist. Zweimal hat Hitzfeld die Schweizer Equipe seit seinem Amtsantritt 2008 an die WM-Endrunde geführt. In Südafrika produzierte die SFV-Auswahl mit dem 1:0-Erfolg gegen den nachmaligen Weltmeister Spanien globale Schlagzeilen. Am vergangenen Freitag erreichte Hitzfeld einen nächsten Höhepunkt. In Tirana sicherte sich die Schweiz beim 2:1 gegen Albanien früh wie nie zuvor in einer WM-Ausscheidung den Startplatz an der Endrunde.
Hitzfeld, der "Resultat-Trainer" (Tages-Anzeiger), hat nach seiner wunderbaren Bundesliga-Vergangenheit in München und Dortmund auch als Nationalcoach brillante Ergebnisse und Werte vorzuweisen. Die aktuelle Qualifikations-Kampagne absolvierten die Schweizer mit Bravour und ungeschlagen. Ihre Serie ohne Niederlage dauert nun bald 17 Monate. Und Hitzfelds Punkteschnitt beträgt nach 53 Länderspielen 1,79 - aktuell ist er damit die Nummer 1 der Verbandsstatistik.
Namen werden schnell ins Spiel kommen. Marcel Koller, derzeit in Verhandlungen mit dem ÖFB, dürfte zu den Kandidaten zählen, Christian Gross, seit seinem Abgang bei YB ohne Job, ist immer ein Thema. Und in Deutschland arbeitet Lucien Favre in Mönchengladbach mit überwältigendem Erfolg. Der Romand könnte zu einem Top-Kandidaten aufsteigen. Er ist ein Coach modernster Prägung und wäre in der Lage, die Arbeit auf hohem Niveau weiterzuführen.

SDA-ATS